Wasserwerk Bochum

Wer in einer Region lebt, wo die Niederschläge die Menge des verbrauchten Trinkwassers bei weitem übersteigen, der braucht keine Angst vor der Dürre zu haben. Der Stadt Bochum wird das Trinkwasser nicht ausgehen aber wie wird es überhaupt gefördert und wo stammt es her? Es ist ein spannender Weg vom Ruhrtal hinein in unsere Wasserhähne und den Mittelpunkt dieser Geschichte bildet das Wasserwerk unten an der Ruhr. Wasserwerksleiter Bernd Lindemann führt uns durch die Geschichte des Bochumer Trinkwassers.

Wasserwerk Bochum

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Das Wasser der Ruhr entstammt den großen Talsperren des Sauerlandes. Die wurden gebaut damit die Ruhr in trockenen Zeiten genügend Wasser besitzt, in Zeiten hohen Niederschlags werden hier über 400 Millionen Liter Wasser gespeichert, so regulieren die Talsperren das ganze Jahr über den Wasserablauf der Ruhr.

„Wir stehen hier direkt am Flussufer der Ruhr in Bochum, die Qualität der Ruhr ist in den letzten Jahren ständig besser geworden, dennoch wir nehmen kein Wasser direkt aus der Ruhr, sondern wir nehmen das Grundwasser.“

Das Wasser befindet sich im Ruhrtal nicht nur im Flusslauf. Sondern man findet es vor allem unterirdisch, also in der Erde, das Grundwasser. Hier an der Ruhr wo das Wasserwerk Bochum steht findet man gute geologische Vorraussetzungen für die Wasserentnahme. Grundwasser sammelt sich dort unterhalb einer Wasserundurchlässigen Gesteinsschicht, dies ist im Ruhrtal eine 10 Meter tief liegende Carbonschicht. Über Millionen von Jahren hat sich in dieser Carbonschicht Sand und Kies abgelagert, der so genannte Ruhrschotter. Darüber befindet sich dann noch eine Schicht Auelehm, die 2 Meter mächtige Erde, auf der dann die Pflanzen und Bäume wachsen. Das Regenwasser versickert nun durch die Lehm und Schotterschichten des Ruhrtals. Eine Biologische Reinigung des Wassers. Dabei helfen nützliche Mikroorganismen die die sich im Wasser befindlichen organischen Verbindungen abbauen. So unterscheidet sich das Grundwasser qualitativ deutlich vom Wasser der Ruhr an der Oberfläche.

„Die Geologie des Ruhrtals ist hervorragend dafür geeignet zur Trinkwassergewinnung. Der über viele Millionen Jahre geformte Ruhrschotter ist wie dafür gemacht, Grundwasser zu reinigen und zu leiten. Und, es gibt noch einen weiteren Vorteil.“

Das ist die Form des Ruhrtals, geprägt durch die leichten Anhöhen auf der Bochumer und der Hattinger Seite es ist wie in einer Badewanne, Oberflächenwasser und Grundwasser fließen runter zum tiefsten Punkt, wie kommt man nun unter dieses Wasser an der Ruhr heran? Die Antwort ist erst einmal relativ einfach, es werden Brunnen gebohrt. Der 10 Meter Tiefe Schacht ist ein Brunnen mit schlitzartigen Öffnungen, durch die das Grundwasser eingesaugt wird. Das Grundwasser wird dann per Unterdruck in ein Becken gepumpt, und dann zur Weiterverarbeitung in ein weiteres Becken gepumpt. Die Brunnensysteme am Ufer der Ruhr bildet eine Versorgungskette die das Wasserwerk ununterbrochen mit Wasser versorgt. Pro Stunde wird so eine Wassermenge von 2000 m³ befördert, das entspricht beinahe der Füllmenge eines ganzen Schwimmbads mit 50 Meter-Beckens.

„Die Wassergewinnung geschieht unterirdisch, über der Erde sieht man nur die Brunnenköpfe, das alles ist das reine Werk der Natur. Was jetzt kommt ist die wirkliche Wasseraufbereitung.“

Das Wasserwerk Bochum ist ein Gebäude, ausgestattet mit der modernsten Technik zur Trinkwasseraufbereitung. Hier findet die erste Stufe der Wasseraufbereitung statt, die physikalischen Entsäuerung, bei dieser Entsäuerung bekommt das Wasser eine Sauerstoffdusche. Es wird regelrecht vom Sauerstoff angepustet um Kohlendioxid auszutreiben. Dadurch wird ein wichtiges Ergebnis erzielt, der PH-Wert des Wassers wird angehoben, was eine Korrosion der Transportleitung verhindert. Der richtige PH-Wert ist auch entscheidend um eine Verkalkung der Rohre zu vermeiden. Im Leitstand des Wasserwerks können alle Daten und Funktionen der Trinkwasserproduktion überwacht werden, und es gibt da auch Daten aus diesen großen Kesseln hier, wo die Aufbereitungsstufe 2 Stattfindet.

„Nun stehen wir mitten im Hintergrund sieht man die Filteranlage dort wird eine Flockungsfiltration verwendet, die hat die Aufgabe Gas und andere Inhaltsstoffe herauszufiltern, aus diesen Filtern strömt dann Glasklares Wasser heraus.“

Im Modell sieht die Flockungsfiltration dann so aus, im Wasser wird Aluminiumchlorid gemischt welches wie ein Klebstoff wirkt und feinste Partikel umhüllt, die umhüllten Partikel werden dann in weiteren Filterstufen vom Wasser getrennt, diese Filterstufen bestehen aus dicken Schichten Bims, Filterkohle und Quarzsand aus der Filteranlage fließt das Wasser nun direkt durch dieses Rohrgeflecht, der UV-Desinfektion, die dritte, und letzte Stufe der Wasseraufbereitung, hier werden die letzten möglicherweise noch im Trinkwasser enthaltenen Mikroorganismen zerstört. Die UV-Strahler bewirken eine sofortige chemische Reaktion, mit der Erbsubstanz der Organismen, also der DNA, was deren Abtötung zur folge hat. Um nun zu verstehen wie das Wasser zum Endkunden kommt, muss man das Herzstück des Wasserwerks, die Turbinenpumpen erklären.

„Die Förderpumpen saugen das Wasser aus den Brunnen heraus, und pumpen es durch die Aufbereitungsanlage bis zum Hochbehälter zum Kunden nach Bochum. Die werden angetrieben durch Wasserkraftturbinen, dieses Konzept wird bereits seit hundert Jahren hier am Standort genutzt.“

Die Idee der Wasserkraftnutzung entstand zu einer Zeit als das Ruhrgebiet einen großen Wasserdurst bekam, die Industrialisierung hatte die Region erobert. Die frühen Zechen an der Ruhr wanderten immer höher, wo sie größer und tiefer wurden, riesige Stahlfabriken entstanden, und was sie alle brauchten, war Wasser. So entstand schon im Jahr 1910 ein Wasserwerk das auf eine große Wassernachfrage eingestellt war. Und nun kommt die Besonderheit, die gute Idee, das einzigartige Antriebskonzept für den Wassertransport. Die Wasserkraft der Ruhr treibt Turbinen an die direkt mit den Pumpen verbunden sind die das Trinkwasser durch die Aufbereitung direkt nach Bochum schicken. Dafür wird in der Regel keine externe Energie benötigt, die regenerative Energie wird im eigenen Hause produziert.
Diese gemauerte Bergkrone staut seit 1910 das Ruhrwasser auf, und so gelangt es durch einen künstlichen Seitenarm zum Wasserwerk. Dort schießt das aufgestaute Ruhrwasser unter dem Gebäude hindurch und treibt dabei 6 Turbinen an, der Höhenunterschied beträgt hier 3-4 Meter. Zwei Turbinen sind mit Generatoren verbunden, die Strom erzeugen, die anderen vier Turbinen sind über ein Getriebe direkt an die Pumpen gekoppelt, die das Trinkwasser transportieren.

„Mit diesen Rohrleitungen fördern wir das Trinkwasser mit einem Druck von über 10 Bar, würde diese Wasserleitung einmal platzen, gäbe es einen Wasserstrahl von über 100 Metern Höhe.“

So druckvoll landet das Trinkwasser dann im Stiepeler Hochbecken, dort werden täglich 46.000 m³ Wasser hoch gepumpt, das sind rund zwanzig komplette Schwimmbäder. In den Hochbehältern bleibt das Wasser jedoch meist nur wenige Stunden, dann wird es schon wieder abgegeben an das weit verzweigte Rohrnetz der Bochumer Stadtwerke, insgesamt 1100km Wasserleitung sind unter Bochum verlegt, das entspricht der Entfernung von Bochum nach Rom.

„Da wir in Deutschland nicht in einer Dürreregion leben, können wir bedenkenlos den Rasen gießen, Regen bringt immer wieder neues Grundwasser und das von uns verschmutzte Wasser wird durch hochmoderne Kläranlagen wieder aufbereitet und dem Kreislauf zurückgeführt. Bei uns in Bochum geht das Wasser niemals aus.“

Und das liegt nicht zuletzt am Wasserwerk der Stadtwerke Bochum.

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