Thermografie

Es ist nicht ungefährlich, ein Thermografie-Berater der Stadtwerke Bochum zu sein. Nachts muß man um die Häuser ziehen, um die Wärmebild-Aufnahmen der Gebäude der Thermografie-Kunden zu machen. Es muß draußen kalt sein, damit der erwärmte Hauskörper auch richtig analysiert werden kann. Nur, wenn Anwohner und Hundehalter nachts einen Mann im Vorgarten des Nachbarn sehen, werden sie meist mißtrauisch. Doch in diesem Fall: Entwarnung. Es ist nur der Mann mit den bunten Bildern.

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Betrachtungen durch eine Wärmebildkamera, das ist Thermografie, das farbliche sichtbar machen von Temperaturen, von Oberflächenwärme. Dafür braucht man eine Spezialkamera und einen der sie bedienen kann. Wie zum Beispiel der Energieberater Jörg Albert der streift im Auftrag der Stadtwerke nachts durch Bochum und macht Aufnahmen von Wohnhäusern und Gebäuden die Ergebnisse sind dann bunte Aufnahmen die von Jörg Albert dann farblich entschlüsselt werden:

Jörg Albert: „Bei der Technik der Thermografie, zumindest bei der Außenthermografie ist es so dass wir mit den roten Bauteilen die schlecht gedämmten Bauteile darstellen, und die gut gedämmten Bauteile eher in diesen bläulichen Farben nahe an der Umgebungstemperatur angesiedelt sind.“

Als Beispiel sehen wir auf diesem Prospektfoto, die Frau ist in ihrer Winterjacke gut gedämmt, die Wärme ist innen, die Oberflächenfarbe ist nahe an der Umgebungstemperatur, so sollte es auch bei der Hausfassade sein, dicke gut gedämmte Schichten in blau, so ist es aber nicht immer, so zeigen es die thermografischen Sorgenkinder die Jörg Albert Nacht für Nacht abbildet. Noch einmal zur Veranschaulichung, eine heiße Tasse Kaffee und daneben ein Glas kaltes Wasser, die Aufnahmen zeigen immer die Oberflächentemperatur. Sie zeigen der Oberfläche von Gebäuden wo Wärme nach außen dringt, und da setzt der Energieberater an:

Jörg Albert:„Wo sind die gut gedämmten Bauteile, wo sind die weniger gut gedämmten Bauteile, die weniger gut gedämmten Bauteile kann man dann auch Wärmewolken nennen, Schwachstellen im Gebäude, man sieht Heizkörpernischen, Stürze, man sieht undichte Fenster, Rolladenkästen, all diese typischen Schwachstellen machen sich in der Thermografie besonders bemerkbar, das heißt diese heben sich farblich hervor.“

Ein Fallbeispiel, dieser Neubau eines Ein-Familien-Hauses wurde vor gut drei Jahren im Bochumer Süden errichtet, Energieberatung ist also nicht nur etwas für Alt- sondern auch für Neubauten, schließlich wolle man doch wissen, ob sich das Geld das man für Energiesparmaßnahmen eingesetzt hat, gut angelegt war. Jörg Albert und sein Mitarbeiter auf Tour, eigentlich kommen sie erst mitten in der Nacht, wenn das Gebäude ausgekühlt ist, hier treffen sie auf einen Häuslebauer und seine persönlichen Fragen, ob sein Haus denn auch so dicht sei, wie die Handwerker es abgerechnet haben.

Anwohner:„Wir haben ein nicht ausgebautes Dach, nur die obere Geschosshälfte die gedämmt ist, ja die normale vorgegebene Verklinkung, und da wollen wir mal kontrollieren inwieweit die vorgegebenen Dämmwerte stimmen.“

Ein Fall fürs Wärmeauge Jörg Albert, der zeigt uns warum er seine Aufnahmen sonst immer weit nach Sonnenuntergang macht, hier schien nämlich vor einer Stunde noch die Sonne, und die Wände haben immer noch die Wärme gespeichert, was in diesem Fall nicht schlimm ist, Entwarnung, für den Besitzer. Das Haus von Hinten zeigt die Schattenseite, alles im blauen Bereich, aber Jörg Alberts ist auf der Pirsch, hält einfach mal aufs Nachbarhaus, findet sofort Schwachstellen, bei den Rolladenkästen und dem Sockel, sogar die Dübelpunkte der Fassadendämmung kann er erkennen, solche Fälle würden dann in der Zentrale der Stadtwerke Bochum landen, hier gibt es im Bereich Energietechnik die nächste Stufe der Energieberatung, die Bilder von Jörg Albert landen auf dem Rechner von Oliver Kowalzik, der ist ebenfalls Farbinspektor, und schaut nach den Wärmebildern, die sich mittlerweile etwas verändert haben, einzelne Aufnahmen weisen so genannte Wärmebrücken auf, bei denen Wärme beinahe eins zu eins nach Außen geleitet wird, diese Wärmebrücken sind bei der grafischen Darstellung die weißen Felder.

Jörg Albert:„Weiß ist die böse Farbe, ja in der Tat, die Farbskala soll dem Betrachter suggerieren das die Farben eine unterschiedliche Wärme abgeben, stellen sie sich eine glühende Stange vor, die von gelb über rot zu weiß immer heißer wird. Blau hingegen ist eine sehr kalte Farbe.“

Gute und böse Farben ergeben dann am Ende eine energetische Auswertung, die jedem Hausbesitzer die Stärken und Schwächen seines Gebäudes aufzeigt. Bis zu 50% Einsparungen bei den Energiekosten sind möglich, so die Fachleute. Eine Thermografie und Energieberatung gibt es bei den Stadtwerken Bochum, die haben übrigens einen gut gedämmten Neubau, das haben sie natürlich selbst überprüft.

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