So unschön ist Bochum

Nach Herberts Ode an seine Stadt "Du bist keine Schönheit" und der Städtebeschreibung der Südddeutschen Zeitung, "Bochum sieht aus, wie die architektonische Phantasie eines besoffenen Frettchens" machten sich zwei Nordlichter tief in den Westen auf, die Atmosphäre der Stadt einzuatmen und das Lebensgefühl mit einer Kamera für die Ewigkeit einzufangen. Eine Live-Diareportage mit vielen verstörenden Bildern.


So unschön ist Bochum

Peer Gahmert: „Also, im Spätherbst 2015 waren wir beide auf dem Weg nach Bochum. Haben dann am letzten Novemberwochenende dort einen ziemlich alkoholreichen Abend verbracht und am nächsten Tag haben wir die Stadt fotografiert. Ganz subjektiv nur das hässlichste, was wir gefunden haben. Wir werden jetzt ein paar Bilder davon präsentieren, die sind einfach scheiße, die sind ziemlich hässlich. Eigentlich bringt das auch niemandem etwas die zu sehen. Also ich weiß nicht was ihr hier wollt, ist mir einfach schleierhaft.“

Philipp Feldhusen: So unschön ist Bochum„Bochum war ja nicht immer hässlich. Es fing eigentlich mal so vor 150 Jahren ganz schön an, wir haben eine schöne Archivaufnahme gefunden, das ist z.B. Bochum. An und für sich eigentlich eine ganz schöne Stadt.“

Peer Gahmert: „Wobei man dazu auch sagen muss, das ist gezeichnet, also das kann sich jeder ausgedacht haben.“

Philipp Feldhusen: „Es wurden ein paar mehr Farben eingezeichnet...“

Peer Gahmert: „Da oben steht was von Bahnhofstraße. Wir waren da, wir haben die Bahnhofstraße gesehen, als wir dort waren. Heute sieht sie erheblich anders aus. Ach Gott, einfach durch damit.“

Philipp Feldhusen: So unschön ist Bochum„Warum nicht Bochum? Wir haben uns tatsächlich mal überlegt eine Stadt zu finden, die hässlicher ist als Bremen und da kamen wir natürlich erst einmal auf sehr viele Städte, haben uns dann aber mal überlegt, was besonders hässlich ist. Waren dann schnell im Ruhrpott, hatten dann die Wahl zwischen Gelsenkirchen, Dortmund, Recklinghausen, Bochum und einigen anderen Städten und dann fiel die Wahl relativ schnell auf Bochum.“

Peer Gahmert: So unschön ist Bochum„Guck mal hier, das ist ein besonders schönes Bild, das wir gemacht haben, aus dem Hotelzimmer heraus. Sie sehen in der Mitte diesen, grob geschätzt, 8m hohen Weihnachtsmann.“

Philipp Feldhusen: „Es war gerade der Beginn des Weihnachtsmarktes und das erste, was man sah, war ein etwa 3m großer Weihnachtsmann, der relativ ausladend da stand und ich weiß gar nicht was auf dem Schild stand, aber vermutlich einfach nur: „Ich bin Weihnachtsmann.“ Übrigens da links wäre der Bahnhof und ich glaube da beginnen wir jetzt offiziell oder?“

Peer Gahmert: „Ja, wir waren übrigens im Marriott Hotel, genau am Bahnhof, eines der hässlichsten Gebäude der Stadt, das kommt später auch noch. Es gibt auch schöne Perspektiven aus dem Hotelzimmer heraus und das war hier z.B.... also das haben wir gar nicht da drin, also wir sind ja nachts angekommen und da war alles dunkel. Wenn man raus geschaut hat aus dem Hotelzimmer, da war alles so weihnachtlich glitzernd. Haben wir aber nicht drin.“

Philipp Feldhusen: „Nein, weil wir wollten die schönen Bilder ja sowieso nicht haben.“

Peer Gahmert: So unschön ist Bochum„Guck mal, hier sieht man einen Teil vom Hauptbahnhof. Wir gucken uns den mal ganz genau an von vorne wenn... willst du nichts dazu sagen, das ist doch unschön...?“

Philipp Feldhusen: „Ich fange die Stimmung hier ein bisschen ein, diese Fassungslosigkeit.“

Peer Gahmert: „So, der Hauptbahnhof von vorne. Wir waren nicht drin, das müssen wir dazu sagen. Wir haben keine Ahnung wie es da drin aussieht. Das ist erst mal ein Hauptbahnhof wie man ihn so kennt aus dem Gebiet dort, also ich weiß nicht, vielleicht kennt Ihr Münster, da ist der Hauptbahnhof noch schlimmer.“

Philipp Feldhusen: „Aber die Sonne schien, das hat das auch noch ein bisschen aufgewertet.“

Peer Gahmert: So unschön ist Bochum„Genau, wir wollen auch nur einen Einblick hier geben. Offensichtlich gibt es eine U-Bahn, wir haben keine Ahnung, wir sind nicht damit gefahren wir haben keine Ahnung, wie man U-Bahn fährt. Ich weiß auch nicht ich glaube, das waren so 11 Stationen U-Bahn, die durch die Stadt da führen, aber wir sind nur zu Fuß gelaufen, denn so schön ist die U-Bahn dann wahrscheinlich auch nicht, dass wir da von hinten Fotos machen sollen. So noch einmal. Das sind alles total ungefilterte Aufnahmen übrigens.“

Philipp Feldhusen: „Wir haben nichts gephotoshopt, also die Apotheke gibt es da wirklich.“

Peer Gahmert: So unschön ist Bochum„Ihr könnt das einfach mal aufsaugen und euch dann überlegen, was das mit euch macht. Apotheke am Hauptbahnhof, warum auch nicht. Das ist ein Baum.“

Philipp Feldhusen: „Ja, ich mache mal weiter.“

Peer Gahmert: So unschön ist Bochum„So und jetzt kommen wir in die Innenstadt von Bochum. Als erstes haben wir das hier gesehen, das Spielzeugparadies. In seiner Unschönheit kaum zu überbieten.“

Philipp Feldhusen: „Kann man da irgendwie an das Männchen heranzoomen? Ist das hier ein Stehmännchen oder was?“

Peer Gahmert: So unschön ist Bochum„Ja, das war so ein Playmobil-Männchen lebensgroß, haben wir aber kein Foto von. Hier ist Starbucks, genau nebenan. Waren wir auch nicht drin, wir hatten echt zu tun da. Wir mussten auch schnell wieder weg.“

Philipp Feldhusen: „Dann ist man im Prinzip weiter gelaufen, geradeaus. Dann sah man links und rechts die Häuserpassagen.“

Peer Gahmert: „Also wer jetzt einen spannenden oder irgendwie lustigen Abend erwartet, so geht es immer weiter jetzt. Ist immer noch die Fußgängerzone.“

Philipp Feldhusen: „Immer nur geradeaus, glaube ich, sind wir gelaufen.“

Peer Gahmert: So unschön ist Bochum„Das ist jetzt auch nicht so aussagekräftig, das ist auch verwackelt und unschön, wir gehen mal weiter. Ja das war früh am Morgen, der DHL-Bote kam, aber schön ist das halt auch nicht.“

Philipp Feldhusen: So unschön ist Bochum„Genau das war dann irgendwie so nach 15 Minuten waren wir in der ersten Kneipe, das Hufeisen. Was übrigens ganz lustig war, am Abend davor hieß es Hufisen, weil das e kaputt war.“

Peer Gahmert: „Dazu muss man aber ganz kurz sagen, wir sind ja großstadterprobt, wir waren schon in Heidelberg und so was, aber das hier war die mit Abstand lauteste und unangenehmste Kneipe, die wir jemals betreten haben. Die Menschen waren um 9 Uhr abends betrunken wie nichts, laut wie nichts, unangenehm, wirklich unangenehm.“

Philipp Feldhusen: „So wir mussten uns dann ein bisschen Mut antrinken.“

Peer Gahmert: „Ja das trinkt man da wahrscheinlich irgendwie, Brinkhoffs Nummer 1, war jetzt nicht das schlechteste Bier.“

Philipp Feldhusen: So unschön ist Bochum„Nein, dann war es auch leer und wieder voll. Haben wir halt da ein paar... ein bisschen... ein paar... Moment... geht gleich weiter. Wir haben insgesamt 500 Bilder und ich glaube allein 400 Bilder davon... ist gleich vorbei. Dann kamen wir wieder raus, dann sind wir wieder reingegangen. Das war dann auch die Fußgängerzone, glaube ich.“

Peer Gahmert: „Nein, das war die Bahnhofstraße, von der wir gerade eben geredet haben.“

Philipp Feldhusen: „Das ist aber in der falschen Reihenfolge oder?“

Peer Gahmert: So unschön ist Bochum„Das ist mir doch scheiß egal wirklich. Also ihr erfahrt heute wirklich gar nichts über Bochum, wir werden keine Straßennamen nennen oder so etwas, wir haben auch keine Karte oder so, wir haben keine Ahnung wo wir entlang gelaufen sind. Wir sind einfach nur drauf los und haben Fotos gemacht. Ja, das ist dieselbe Straße, halt der Blick nach rechts irgendwie. Das ist halt ein Stück weiter. Da sieht man halt langsam: Bochum wacht auf. Ein paar Menschen sind auf den Straßen, weiß nicht was die machen.“

Philipp Feldhusen: „Ja die wollten auch eigentlich nicht abgelichtet werden, die haben extra gebeten, sie nicht zu fotografieren.“

Peer Gahmert: „Das war auch schön, das war eine sehr schöne Erfahrung überhaupt. Wir waren ja für den gemeinen Bochumer waren wir ja so was wie Touristen, die Fotos machen, das kennt man da nicht.“

Philipp Feldhusen: „Wir haben aber versucht und optisch zumindest nicht so sehr von den Urbochumern zu unterscheiden. Wir hatten glaube ich eine kurze Hose an, eine kurze Jeans...“

Philipp Feldhusen: „Wir sind tatsächlich gezielt nach Bochum gefahren. Letztes Jahr ende November glaube ich, waren zwei Tage dort, haben dann mal den Charme Bochums erlebt, ein paar Fotos gemacht und wollten die dann einfach in diesem Zuge hier vorstellen.“

Philipp Feldhusen: So unschön ist Bochum„So das ist ein Gebäude.“

Peer Gahmert: „Offensichtlich ein Gebäude der Provinzial“

Philipp Feldhusen: „Und das selbe Gebäude haben wir hier noch mal von weiter rechts fotografiert. Man sieht das auch nicht, also man sieht das eigentlich... ja doch man erkennt durchaus den Unterschied.“

Peer Gahmert: So unschön ist Bochum„Eine Straße halt. Ja, so sieht das in Bochum aus, das sehen die Bochumer jeden Tag. Lasst es mal auf euch wirken. Sieht man da irgendwas spannendes drauf... nö machen wir weiter.“

Philipp Feldhusen: So unschön ist Bochum„Da scheint zumindest ganz schön die Sonne so ein bisschen rein.“

Peer Gahmert: So unschön ist Bochum„Und das ist halt die Innenstadt von Bochum, weiter. Ach jetzt wird es interessant... das ist... ja da...“

Philipp Feldhusen: „Da sieht man zumindest die Architektur... rechts diese Schräge...“

Peer Gahmert: So unschön ist Bochum„Ich weiß auch nicht, was man sich dabei gedacht hat. So was haben wir da? Da haben wir ein bisschen Sonne, da haben wir den Licht Bazar, ich weiß nicht, was das sein soll. Es ist einfach unschön. Ja du mach einfach mal weiter. Wenn ihr fragen habt, dann fragt einfach. Das ist eigentlich ganz putzig, geh noch mal bitte ganz kurz zurück. Hier unten links da so in der linken Hälfte sieht man ein eigentlich ganz nettes Lokal. Das sieht gar nicht so scheiße aus, das war eigentlich das schönste, was wir in der Ecke da gesehen haben. Wir befinden uns übrigens immer noch in der Fußgängerzone, also in der Innenstadt, wir sind maximal 5 Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt. Ach noch mal vom Licht Bazar, das ist nett. Hier Werbung, Zigaretten. Geh noch mal ganz kurz zurück... ach nein doch nicht, okay. Ja das ist jetzt ein bisschen...“

Philipp Feldhusen: So unschön ist Bochum„Das war uns ein bisschen zu rot, zu bunt. Das passte nicht wirklich in diese Stadt rein, auch nicht wenn man das vergleicht, mit dem was man vorher gesehen hat. Deswegen haben wir gesagt, das passt auch für diesen Vortrag nicht wirklich hier rein und haben uns einfach mal überlegt, es passend zu machen. Damit das auch nicht so auffällt, dass es rot ist, das sieht dann ungefähr so aus.“

Peer Gahmert: „Wir haben das Bild ein paar Bochumern gezeigt, so zur Abnahme vorher, wir haben ja vorher geprobt, wie ihr merkt. Jedes Wort, was wir hier sprechen ist absolut vorher aufgeschrieben und auswendig gelernt worden. Wir haben dieses Bild vorher ein paar Bochumern gezeigt und die haben nicht erkannt, dass das gefaked ist. Mach mal bitte.“

Philipp Feldhusen: „Bochum. Für die, die dann an dieser Stelle stehen und denken: „Wo sind wir eigentlich?“ Haben die Bochumer dann auch zwischendurch einfach mal ganz groß oben „Bochum“ stehen. Um sich noch mal in Erinnerung zu rufen, in welcher Stadt sie denn gerade eigentlich sind.“

Peer Gahmert: „Ja wir sind hier am sogenannten Bermuda-3-Eck. Wir haben nur die Vermutung, dass man sich dort aufhält, um zu trinken und so was zu machen, aber genau recherchiert haben wir das auch nicht. Es muss auch nicht sein, also wir haben nur am nächsten Tag, als wir da entlang gelaufen sind gab es halt ein paar Kneipen, waren da und so was, aber langweilig.“

Philipp Feldhusen: So unschön ist Bochum„So, das ist die Partyzentrale in Bochum. Wenn man mal nach Bochum fährt und Party machen möchte, dann fährt man eigentlich nicht zur Partyzentrale. Wir standen abends davor und das war nicht schön und dann sind wir am nächsten Tag noch mal hingefahren, oder hingegangen viel mehr und sah halt auch nicht viel schöner aus. Partyzentrale Jack´s in Bochum, sehr schöner Name übrigens. City Point...“

Peer Gahmert: So unschön ist Bochum„Ich weiß auch nicht, ist das so eine Art Einkaufszentrum gewesen? Ich war nicht drin.“

Philipp Feldhusen: „Nein, wir waren übrigens nirgends drin, also wir sind wirklich nur entlang gelaufen und haben Fotos gemacht.“

Peer Gahmert: So unschön ist Bochum„Das ist eine Fußgängerzone in Bochum. Wir sehen schon wieder einen Beweis, dass es eine U-Bahn gibt.“

Philipp Feldhusen: „Wir haben vergessen die Menschen zu pixeln.“

Peer Gahmert: So unschön ist Bochum„Ja, aber hier ist ja keiner oder? Das wird ja jetzt niemand beanstanden. Hier, das ist Bochumer Chique. Ich kann auch nur mutmaßen, dass sich da jemand wirklich für etwas rächen wollte an irgendwelchen Bochumern. Hier ebenso.“

Philipp Feldhusen: So unschön ist Bochum„Hier gibt es dann natürlich auch eine U-Bahn-Station.“

Peer Gahmert: „Ich glaube, das ist dieselbe von gerade eben. Das ist mir auch so egal, mach weiter. Ja, das ist ein paar Schritte weiter halt, man beachte links und rechts die Häuser.“

Philipp Feldhusen: „Ich habe zurück gemacht, nicht weiter. Das ist das selbe wie das, was wir eben schon mal hatten.“

Peer Gahmert: „Da ist irgendwie eine Art Fanshop, wir wissen nicht von was, da links. Vielleicht von dem VfL Bochum, da oben sind aber auch ein paar andere Bundesligisten abgebildet, mach mal weiter.“

Philipp Feldhusen: „Ja, das war dann so die rechte Seite, davor die linke Seite.“

Peer Gahmert: So unschön ist Bochum„Das ist halt, das muss man halt auch noch mal ganz deutlich sagen, das hier ist das Zentrum der Stadt. Das hier ist da, wo andere Städte sich irgendwie schick machen, für Touristen eventuell oder für Besucher. Für irgendwen, vielleicht auch nur für die eigenen Einwohner, aber nein.“

Philipp Feldhusen: „Aber es gab 70% Rabatt.“

Peer Gahmert: So unschön ist Bochum„Ja und der Witz war, dass der Laden schon zu hatte, als wir da waren. Ja, darüber lässt sich jetzt auch noch philosophieren. Wir sehen also ein Bekleidungsgeschäft, das heißt „Stadtgespräch“. Deine Theorie dazu?“

Philipp Feldhusen: „Ich habe keine.“

Peer Gahmert: „Trifft man sich dort, um über die Stadt zu sprechen oder geht man dort einkaufen und das was man dann trägt ist das Stadtgespräch? Aber es war kein Mensch drin.“

Philipp Feldhusen: So unschön ist Bochum„Ja, kreativ die Bochumer. Da gab es sehr viel vom Pferd, wie man da sieht. Frikadellen vom Pferd, Rouladen, Gulasch, Sauerbraten und ich persönlich favorisiere den Fohlenbraten.“

Peer Gahmert: „Ich fand den ja überhaupt nicht lecker, den Fohlenbraten, aber das ist halt auch eine andere Kultur, die dürfen das.“

Philipp Feldhusen: „Ja also es ist unvorstellbar in Bremen Fohlen zu essen, wir haben uns dafür für Bier entschieden. “

Peer Gahmert: „Genau, mal eine andere Variante, das war irgendwas dunkles, schmeckte aber nicht.“

Philipp Feldhusen: So unschön ist Bochum„So und dann wird es jetzt interessant. Dann gibt es da so einen kleinen, schmalen Durchgang. Wo wir gedacht haben: „gut dahinter wird es ja so aussehen, wie die 40 Bilder davor. Aber das stimmte nicht, denn Bochum hat durchaus einen sehr schönen Blick auf die Stadt, womit man nicht unbedingt rechnet und wenn man dann auf der anderen Seite raus kommt, kommt plötzlich so was. Und gut zu erkennen, auf der anderen Seite, also hinter der Ruhr praktisch, die man da lang fließen sieht, ist dann Dortmund. Und das war wirklich so der einzige Teil Bochums, wo man sagte: „Wow, das hätte man jetzt nicht erwartet:““

Peer Gahmert: „Ja, da wohnen auch so die Schönen und Reichen, also immer Sommer, immer warm. Und dann geht man da wieder raus und dann sieht man das.“

Philipp Feldhusen: „Ja und mit dieser Stimmung haben wir dann halt auch die restlichen Fotos geschossen.“

Peer Gahmert: „Ja, gibt es hier irgendwas interessantes? Ich weiß das gerade nicht mehr. Ach so das war das Foto, wo wir rechts was abgeschnitten haben, weil das zu schön war.“

Philipp Feldhusen: „Ja wir haben die Fotos teilweise stark bearbeitet, also abgeschnitten rechts, links, oben und unten.“

Peer Gahmert: „Rechts war nämlich wieder eine Kneipe, in der wir in der Nacht vorher auch wieder waren. Altes Bauwerk kann man nicht beanstanden.“

Philipp Feldhusen: „Ja, aber war wirklich schön. Das war sie nicht.“

Peer Gahmert: So unschön ist Bochum„Das ist halt so... ich weiß auch nicht, warum das da stand, aber das ist halt ein WC-Ding, da kann man wahrscheinlich auf Klo gehen. Das fanden wir vor allem künstlerisch wertvoll.“

Philipp Feldhusen: „Vor allem wenn man kurz drauf guckt, denkt man da liegt irgendwie Schnee drauf, aber das stimmt nicht, das ist einfach Papier glaube ich.“

Peer Gahmert: „Das ist einfach so ein Käfig, wo andere Leute irgendwie Laub rein geworfen haben. Ich fand das irgendwie spektakulär, mich hat das, also jetzt nicht gerade berührt, aber es war schon das schönste, was ich da gesehen habe, lange Zeit.“

Philipp Feldhusen: So unschön ist Bochum„Also die Fotos wiederholen sich dann auch irgendwie so ein bisschen... Arbeiterwohlfahrt...“

Peer Gahmert: „Da leben halt Menschen, nehme ich an, da vielleicht auch.“

Philipp Feldhusen: „Wir waren dann auch schon wieder auf dem Rückweg in Richtung Bahnhof, wir sind irgendwo dann links abgebogen. Dann ein sehr hohes...“

Peer Gahmert: So unschön ist Bochum„Moment Moment, das war jetzt aber mal wieder zu schnell. Wir sind jetzt hier also wieder in der Innenstadt, in der Fußgängerzone, durch die übrigens ständig Autos fahren.“

Philipp Feldhusen: „Warum hast du mich da nicht raus geschnitten?“

Peer Gahmert: „Weil ich das irgendwie ganz toll fand, dass du da so fasziniert auf dieses Sparkassen-Gebäude schaust. Das ist wirklich das neueste Gebäude gewesen, das wir in der Innenstadt gefunden haben. Das ist einfach ein urhässlicher Sparkassenkomplex.“

Philipp Feldhusen: So unschön ist Bochum„Mir gefällt vor allem das Riesenrad da hinten. Das ist so das größte Riesenrad Bochums. Das hat sich auch bewegt, aber mit einer Sicht, wenn man oben sitzt, nicht über Bochum, sondern direkt auf Bochum drauf. Das war ungefähr die Sicht, wenn man im Riesenrad oben sitzt.“

Peer Gahmert: „Ich weiß auch nicht mal genau was das für ein Gebäude war, aber ich glaube das war ein Gebäude, das zur Ruhr-Uni gehörte. Das mitten in der Stadt war, wo aber komischerweise aber im Parkhaus unser Auto stand. Ich glaube wir haben uns da eher verfahren, ich glaube wir durften da gar nicht parken. Naja fotografiert wurde es, weil es außen eben hässlich ist.“

Peer Gahmert: „Wir sind vorher schon unterwegs gewesen und haben im Bremer Raum immer mal wieder Auftritte gehabt mit Formaten wie Publikumsbeschimpfen, Zeitung vorlesen und so weiter.“

Philipp Feldhusen: „Also wir haben eine Satire-Zeitung, die wir dann zwischendurch mal in Form einer Schau oder einer Lesung dann vorgestellt haben.“

Peer Gahmert: So unschön ist Bochum„Ach hier guck mal, ist das nicht unser Hotel da ganz am Ende?“

Philipp Feldhusen: „Stimmt, links da hinten, das hohe, unschöne Gebäude und der Weihnachtsmann von hinten.“

Peer Gahmert: „Das Hotel, das können wir auch mal ganz kurz sagen, normalerweise sind wir da etwas zurückhaltender, aber das war echt scheiße. Es hatte keine Minibar, es hatte keine Raucherzimmer, obwohl wir vorher darum gebeten haben.“

Philipp Feldhusen: „Es hatte ja eigentlich eine Minibar, nur die war zugeklebt. Das war eigentlich ein Schrank, da war auch noch der Griff dran und wir haben tatsächlich, das ist jetzt kein Witz, wir haben dran gezogen, aber sie ging halt nicht auf und haben dann gefragt und dann hieß es irgendwann, dass diese Minibar seit 2 Jahren glaube ich geschlossen ist. Also es gab da definitiv keine Minibar. Aber da haben die uns schon sehr verarscht, indem die auch diesen Griff nicht abgebaut haben. Also Bochum ist auch echt unhöflich. Da kann man nicht mal sagen, dass das unschön ist, sondern auch nicht sehr höflich.“

Peer Gahmert: „Ja wir hatten ja auch eher wenig Kontakt zu Bochumern. Wir haben ja eigentlich...“

Philipp Feldhusen: „Ja wir sind eigentlich immer davon gelaufen, wenn uns irgendjemand angesprochen hat, sind wir immer direkt weg.“

Peer Gahmert: So unschön ist Bochum„Ganz kurz noch mal zurück, du bist zu schnell. Hier sieht man übrigens, falls ihr euch gefragt habt, was das ist, hier sieht man diesen Weihnachtsmann vom Anfang von hinten, das ist der Rücken des Weihnachtsmanns, nur falls ihr euch das gefragt habt. Sag mal fährt da gerade ein Fahrradfahrer durch die Fußgängerzone? Das sehe ich ja jetzt erst. Na gut weiter. Oh Gott, ja was war das? Ich weiß es nicht mehr.“

Philipp Feldhusen: So unschön ist Bochum„Da frontal, da sieht man es auch noch mal, mit einem anderen Gebäude daneben und noch mal ganz von der anderen Seite.“

Peer Gahmert: „Warum ist das jetzt so oft da drin?“

Philipp Feldhusen: So unschön ist Bochum„Ich weiß nicht, oh hier ist es noch mal glaube ich. Ja, sind auch Ärzte da drin offenbar, sehe ich jetzt erst.“

Peer Gahmert: So unschön ist Bochum„Zahnarzt scheinbar, hier gezielt vorsorgen. Ja das ist ein ganz toller Laden, da waren wir drin und haben Kaffee gekauft, weiß ich nicht mehr, vielleicht auch Brötchen.“

Philipp Feldhusen: „Und Tauben, Tauben gibt es ja überall.“

Peer Gahmert: „Das Haus noch mal, also ihr seht so viel gibt Bochum einfach nicht her. Es ist langweilig, es ist unschön.“

Philipp Feldhusen: So unschön ist Bochum„Jetzt sind wir auch schon wieder fast am Bahnhof, man erkennt das eigentlich auch schon, die Lücken zwischen den Häusern werden wieder größer. Hier das z.B. ist die Bochumer Universität.“

Peer Gahmert: „Das ist die Ruhr-Universität, da kann man alles mögliche studieren. Dem Vernehmen nach ist es die Uni mit der höchsten Selbstmordrate in Deutschland.“

Philipp Feldhusen: „Die Gebäude waren ursprünglich mal doppelt so hoch und die haben sie dann einfach mal so ein bisschen halbiert, weil wenn man jetzt da runter springt, muss man nicht mehr unbedingt sterben. Aber das nur als Rand-Info. Das ist z.B., das kannst du sagen.“

Peer Gahmert: So unschön ist Bochum„Irgendwas, ich weiß auch nicht, wahrscheinlich so eine Art Zeche oder so. Angeblich kann man da rein gehen, sich das angucken, wir hatten aber keinen Bock. Ich weiß nicht, irgendwas stillgelegtes, irgendwas, was irgendwann mal viele Arbeitsplätze gesichert hat, heute aber nicht mehr da ist.“

Peer Gahmert: „Das Image Bochums hat und beflügelt. Hätten wir „So hässlich ist Hildesheim“ gemacht, hätten ¾ der Leute keinen Bezug dazu gehabt. Das ist einfach ganz klar. Wir machen das auch nur um Geld zu verdienen, die Leute sollen kommen und wir bestätigen nur Vorurteile heute Abend.“

Philipp Feldhusen: „Eben, das ist eigentlich nur eine Bestätigung der Vorurteile.“

Peer Gahmert: „Und Bochum jammert und jammert...“

Philipp Feldhusen: So unschön ist Bochum„Das hier ist die A43.“

Peer Gahmert: „Das ist eigentlich mein Lieblingsbild, denn das bedeutet, dass wir schon am Ende angekommen sind.“

Philipp Feldhusen: „Ging schneller als gedacht. Genau, das war dann praktisch wieder der Weg zurück nach Bremen. Ich glaube die ganze Zeit auf der A43 oder? Ich glaube wir haben es geschafft, dass wir die A43 gar nicht verlassen mussten und irgendwann wieder in Bremen waren.“

Peer Gahmert: „Du bist gefahren, warte mal ganz kurz. Ja, Mensch das ist ja...“

Philipp Feldhusen: „So die Stimmung ist im Eimer. Wir haben es geschafft. Wir wollten diese Show eigentlich am Sonntagabend machen, wenn man dann weiß, man hat dann jetzt eine ganze Arbeitswoche vor sich. Jetzt haben wir die am Samstagabend gemacht, wo man eigentlich noch feiern gehen kann. Das hat sich jetzt wahrscheinlich auch für die meisten erledigt.“

Peer Gahmert: „Also wir hoffen, wir konnten euch wirklich wirklich mal runter drücken und euch zeigen, dass Bremen nicht so hässlich ist wie ihr vielleicht manchmal glaubt.“

Peer Gahmert: „Was machst du eigentlich hier? Also wie kommst du eigentlich dazu mal kurz nach Bremen zu fahren und dir diesen Scheiß anzugucken heute Abend? Also du weißt doch, wie Bochum...“


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