Junggesellen-Hauptmann / 624. Bochumer Maiabendfest 2012

Ein 15-Kilometer-Marsch bei strahlendem Sonnenschein, ein blau-weißer Himmel, ein voller Boulevard, ein Hauptmann wie eine Eiche, eine Stadt voller "Bochumer Jungen" und ein Denkmal, das wieder auffällt. All das war das 624. Bochumer Maischützenfest 2012.


Junggesellen-Hauptmann

Junggesellen-Hauptmann Blau und Weiß, das sind die Farben der Saison, derzeit in Bochum, wie immer Ende April, Anfang Mai. Sogar Graf Engelbert konnte sich, in diesem Jahr, der Mode nicht entziehen. Sonst immer Bronzegrau in diesem Jahr im schönen Strickkleid, originelle Idee. Graf Engelbert also mittendrin in seinem Fest, dem Traditionsfest der Maischützen. Klein und Groß musizieren, marschieren in diesem Jahr zum 624 mal; Das nennt man Tradition. Den Anfang machte in diesem Jahr der Aufmarsch im Boulevard, zwei Tage vor dem großen Umzug, mit Mittelaltermarkt und Blaskapelle, mit Stadtwache Jung- und Altgesellen. Eine Bunte Truppe angeführt von einem Hauptmann: Junggesellenhauptmann Torsten Horn, der führt wieder das Regiment an. Mit viel Erfahrung und trotzdem richtiger Vorfreude.

Thorsten Horn, Junggesellen-Hauptmann:
Junggesellen-Hauptmann "Wir freuen uns jetzt natürlich nach der ganzen Arbeit, dass es jetzt losgeht, dass wir mit Bochum zusammen feiern können, unser Traditionfest, das 624 Jahre alt geworden ist. Das ist wie ein kleiner Geburtstag hier, jeder kennt das, wenn er Geburtstag feiert: Er freut sich darauf wie ein kleines Kind, und das ist bei uns genauso."

Zwei Tage vor dem richtigen Fest gab es jetzt schon ein kleines Fest auf dem Boulevard: Vieles ist neu in den letzten Jahren und wird angenommen. Das Maischützenfest knüpft an die alten Erfolge, an die 50er, 60er Jahre an. Da kamen schon viele, aber nicht alle Bochumer.

Karl-Heinz Böke, Vors. Bochumer Maischützen:
Junggesellen-Hauptmann "Also ein riesen Volksfest war es noch nie in der Stadt, aber wir sind auf dem besten Wege. Seit drei Jahren bin ich glücklich, diese Veränderung vorgenommen zu haben und ich freue mich am meisten, dass die Bürger dieser Stadt dieses Fest so angenommen haben. Diese Veränderung so angenommen haben. Und das freut mich, das sehen sie heute Abend, was hier auf dem Boulevard los ist."

Eine Kapelle jagte die Nächste; Es gab schon eine große blau-weiße Präsenz, es gab modernen Rhythmus, es gab Marschmusik und es gab den Klassiker: die Bochumer Jungs mit Schwung und pfiff. Und es gab den traditionellen Fassanstich: Mit Bürgermeisterin, Maischützenvorstand und einem Junggesellenhauptmann, der den Hahn aufdreht; Man merkt, er macht es nicht zum ersten mal.

Thorsten Horn, Junggesellen-Hauptmann:
Junggesellen-Hauptmann "Ich mache es jetzt zum sechsten Mal, ich hab das auch in 2000 bis 2004 schon mal bekannt, dieses Amt, danach haben wir zusammen mit allen Beteiligten in Bochum dieses fest ein Bisschen umstrukturiert. Für mich in die richtige Richtung, und ich möchte das Fest einfach noch mal im neuem Wandel einfach noch mal genießen, deswegen schwinge ich mich Samstag noch mal in den Sattel um das Fest noch mal anführen zu dürfen."

Junggesellen-Hauptmann Es ist Samstag, der Sattel ruft, vor der St. Meinolphus Kirche sammelt sich am frühen Morgen, der Junggesellenhauptmann und sein Pferd Picco, der treue Begleiter für den nun folgenden Tag, und die über 15 zu marschierenden Kilometer. Ein letztes Sortieren von Uniform und Schärpe, denn Ordnung muss sein. Bevor Thorsten Horn in den nächsten Stunden unzählige Male fotografiert wird. Die Eskorte wartet. Abmarsch mit Pauken und Trompeten. Samstag morgen 9Uhr, Bochum wird geweckt. Der Junggesellenhauptmann in mitten seiner Leidgarde. Die Spuren von Pferd Picco führen nun Richtung Rathaus. Dort treffen sie nun alle ein, die Historischen Figuren und Soldaten und die Maischützen. Die Stadt hat sich geschmückt, die Zuschauer auch, nach und nach treffen sie ein: Tambourcorps, Fanfarenzüge, Kompanien. Ein verwirrter Autofahrer vor dem Rathaus, führt zu einer kurzen Blockade.

Junggesellen-Hauptmann Zwischen blau-weißen Mützen und blau-weißen Orden, wird die Stadtwache gerichtet. Westfalen können anpacken, kräftig oder dezent, wenn bei Junggesellenhauptmann ein Fuselchen stört. Apropo Junggesellenhauptmann zu dem müssen alle aufschauen, zwei Meter und vier ist Thorsten Horn, größer war wohl in 624 Jahren noch kein oberster Würdenträger. Es ist wieder Redezeit, der Junggesellenhauptmann begrüßt und eröffnet den großen Tag, und zum ersten aber nicht zum letzten mal am Ausmarschtag beginnt das Bochumer Jungenlied. Gleich gehts los! Ein bisschen nervös?

Junggesellen-Hauptmann

Thorsten Horn: "Also nervös eigentlich so gar nicht, aber man weiß ja nie. Ich sag immer so: Mein Pferd- ein Pferd ist immer grundsätzlich unberechenbar, aber im großen und ganzen nicht, ich habe das jetzt schon oft genug gemacht."

Reporter: "Ich habe gelesen, früher haben sie ein paar Funde mehr gehabt, das war dann als Gestalt auf dem Pferd noch eindruckvoller?"

Thorsten Horn: "Ja mit Sicherheit aber ich möchte das Pferd auch nicht immer ganz so Quälen, und ich habe mir dann auch mal für mich überleget, ich sollte mir mal gesundheitliche Gedanken machen, und haben dann ein bisschen was abgespeckt."

Reporter: "Ein bisschen was heißt?"

Thorsten Horn: "60 Kilo."

Das Pferd freut sich, Ausmarsch nach Harpen. Punkt 10:30 Uhr setzen sich die Maischützen in Bewegung. 2500 auf dem Weg nach Harpen und wie immer in der Innenstadt, sind die Reihen dicht gedrängt. Impressionen eines Stadtfestes und mittendrin der stolze Hauptmann, 624 Jahre Bochumer Maischützen, im nächsten Jahr ist Jubiläum.


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