Die Brücke

„Die Brücke muss weg, die Brücke muss weg!“ Gemeint war die marode Brücke „Von-Waldthausen-Straße“, die Werne seit zweieinhalb Jahren zweiteilte. Doch wie wird man eine 340-Tonnen-Brücke los, die von der Firma Eiffel um 1900 errichtet wurde? Man nimmt einfach einen Raupenkran, einen 750-Tonner. Gesagt, getan. In der Nacht auf den 7. Dezember war es dann um dieses baufällige Präsent geschehen. In einer aufwändigen Aktion wurde die alte Brücke demontiert und an gleicher Stelle eine provisorische Brücke eingebaut, die nur noch 54 Tonnen wiegt.


Die Brücke

Thomas Fründ, Tiefbauamt Stadt Bochum Die Brücke„Wir stehen hier an der Von-Waldthausen-Straße an der gesperrten Eisenbahnbrücke. Diese Brücke ist seit rund zweieinhalb Jahren für den Autoverkehr gesperrt weil die Tragfähigkeit nicht mehr gegeben ist. Wir haben jetzt Haushaltsmittel dieses Jahr als Tiefbauamt und werden diese Brücke gegen ein Provisorium austauschen, d. h. wir haben eine D-Brücke gekauft, eine Stahlträgerbrücke. Die werden wir jetzt einsetzen, dafür muss aber erst die alte Brücke entfernt werden. Diese wiegt rund 340 t und für diese Aktion ist schon ein recht großer Kran erforderlich der eine Hubkraft hat von ungefähr 750 t. Eine sehr aufwendige Aktion, die Vorbereitungen liefen schon seit Dienstag, wurde der Kran also hier aufgebaut ein paar Tage. Und in dieser Nacht hat die Bahn eine Sperrpause eingerichtet, weil die Hauptstrecke zwischen dem Ruhrgebiet und Berlin ja unter der Von-Waldthausen-Brücke verläuft. Und für diese Sperrpause sind Vorbereitungen notwendig gewesen und von 20 Uhr heute bis morgen Mittag um 14 Uhr wird also die Bahnanlage gesperrt. Dann können wir in dieser Zeit arbeiten. 1500 Tonnen soll der Kran selber wiegen.“

Roelof, Kraanmachinist Die Brücke„Hier sind die Kameras von den Winden. Ja, das ist ein besonderer Platz hier. Es ist alles eng, wie in einem Wohnwagen.“

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Thomas Fründ, Tiefbauamt Stadt Bochum Die Brücke„Ja, der wurde Dienstag hier angeliefert in Einzelteilen, also es wurde wirklich alles einzeln antransportiert, jedes Raupenfahrwerk, die ganzen Segmente der Arme. 30 – 40 Tieflader, allein die Gegengewichte, die Ballastgewichte wiegen 12,5 t pro Platte, d. h. ein Tieflader kann zwei davon fahren und wir haben also etliche, der Kran hat also an seinem hinteren Ende ein zusätzliches Ballastgewicht von rund 300 t hängen, was er zeitgleich zur Brücke anheben muss, damit er nicht aus dem Gleichgewicht kommt. Wir haben vorher ein Schotterbett aufgeschüttet, einen Meter hoch, haben es verdichtet. Darauf liegen große Hartholzstämme, die es ermöglichen die Last, die die Ketten in den Boden leiten etwas zu verteilen. Der Kran wird nämlich die Brücke anheben, die Alte, wir sich um rund 180° drehen und dann so rund 15 m mit der Brücke Richtung Süden fahren und die alte Brücke an der Seite ablegen, damit die dann dort in Ruhe demontiert werden kann. Und weil wir nur eine kurze Sperrpause haben werden wir morgen früh, zwischen 8 – 10 Uhr, die neue Brücke einheben.“

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Thomas Fründ, Tiefbauamt Stadt Bochum Die Brücke„Also wir haben den Auftrag ausgeschrieben zur Erneuerung der Brücke, das macht die Firma Hofschröer, und die Firma Hofschröer hat selbst nicht solche Geräte und hat sich eines Nachunternehmers bedient, das ist die Firma Wagenborg aus den Niederlanden. Die sind also für diese Spezialhübe absolute Fachleute, sind spezialisiert und für die ist das hier Tagesgeschäft. Noch nicht mal der größte Hub den sie jemals gemacht haben, aber die arbeiten als Nachunternehmer und werden hoffentlich die Brücke heute Nacht entfernen.“

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Thomas Fründ, Tiefbauamt Stadt Bochum Die Brücke„Also vor rund zweieinhalb Jahren wurde die Brücke für den Autoverkehr gesperrt, da sie nicht mehr tragfähig war. Die Menschen hier im Ortsteil Bochum-Werne wollen natürlich diese Verbindung auch nutzen, man muss ja sonst über den Werner Hellweg, die Rüsingstraße einen recht großen Umweg fahren und, ja. Das Problem ist, wir haben diese Brücken ja als Stadt Bochum vor rund 15 – 20 Jahren von der Deutschen Bahn geschenkt bekommen, wie viele andere Städte auch in Deutschland, leider sind die nicht mehr in einem besonders gutem Zustand, es war ein nicht so schönes Geschenk, was wir jetzt halt nach und nach Abarbeiten. 2015 ist dann die Buselohstraße dran, also die Brücke über die Buselohstraße, die ist ja auch schon vom Gewicht her eingeschränkt, und die Brücke Lohring wird dann auch noch in den nächsten Jahren folgen. Alles Geschenke der Deutschen Bahn, nur da wird die Technik eine andere sein, die werden wir also anders neu herstellen, nur an dieser Stelle werden wir die Stahlbrücke halt mit dem Kran austauschen, das ist einmalig in Bochum.“


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