Die Kirchenführerin

Die St.Vinzentius-Kirche in Harpen ist eine der schönsten Kirchen, die wir in Bochum haben. Sie besitzt Buntglasfenster mit Bergbaumotiven und noch viele andere Schätze. Dazu gehört auch die Kirchenführerin Christel Eglinski-Horst. Die führt in einzigartiger Weise durch das Gotteshaus, so dass sie selbst schon eine Art Sehenswürdigkeit geworden ist.


Die Kirchenführerin

Die KirchenführerinDer Himmel über Bochum Harpen, eingefangen in einem Fenster der Vinzentius-Kirche. Die sehen von innen betrachtet sogar noch schöner aus, wie so vieles in dieser außergewöhnlichen Kirche. Um die besonderen Schätze dieses Ortes alle zu finden und zu verstehen, lohnt es sich einen kleinen Ausflug mit Cristel Eglinski-Horst zu unternehmen, Kirchenführerin und Geschichtenerzählerin.

Cristel Eglinski-Horst, Kirchenführerin St. Vinzentius-Kirche Harpen: Die Kirchenführerin„Wir sind hier in Bochum Harpen in der evangelischen Vinzentius-Gemeinde. Das ist unsere Vinzentius-Kirche. Sie ist mehr als 1000 Jahre alt. In 1000 Jahren geschieht viel und es gibt viele schöne Geschichten. Und das erzähle ich Ihnen gleich.“

Cristel Eglinski-Horst: Die Kirchenführerin„Das ist also unser Vinzentius, den wir verehren. Die Kirche hat in dem 15. Jahrhundert diesen Namen bekommen, zuvor hieß sie einfach nur «Die heilige Kirche in Harpen». Um 1480 bekam sie ein Patrozinium, das ist unser Patron, eine wunderschöne gotische Figur, gestiftet von einer Familie. Die Adeligen waren unsere Sponsoren hier und weil wir hier Adelige hatten, die so geldgebebereit waren, hatten wir auch schon vor 1600 eine Orgel. Und wir haben noch mehr Dinge in dieser Kirche, die ich gleich noch zeigen werde, wie auch diesen Vinzentius, der ein Geschenk ist an diese Gemeinde.“

Cristel Eglinski-Horst: Die Kirchenführerin„Die alten Steine in unserer Kirche erzählen uns viel. Der Rand dieses Taufsteines ist aus dem 12. Jahrhundert, das heißt so alt, wie der berühmte Taufstein in unserer Propsteikirche.“

Cristel Eglinski-Horst: Die Kirchenführerin„Dieses Relief ist Teil eines ehemaligen Altars, der in der Nord Apside gestanden hat. Sie sehen die Weisen in sehr edler Kleidung, mit Schnabelschuhen. Hingegen der Josef hier, in der Ecke, der in einem Suppentopf die Suppe rührt, der hat eine ganz bäuerliche Kleidung an. Er versorgt hier seine Familie. Dahinter sehen wir einen Mann mittleren Alters, ganz wichtig ist dessen Zeigefinger. Wenn Sie den verlängern, dann landet die Linie auf diesem Stern, das heißt «Wir sind da». Am Ende sehen wir noch einen jungen Mann, so sind die drei verschiedenen Mannesalter in diesem Altarbild enthalten.“

Cristel Eglinski-Horst: Die Kirchenführerin„Dieser Altar ist das einzig barocke Teil, das es in dieser Kirche gibt. Was wir mit Sicherheit wissen, ist das Jahr, in dem er gearbeitet wurde – 1699. Sonst wissen wir gar nicht viel von ihm. Wir ahnen, dass er auch im Münsterland gearbeitet worden ist, genauso wie der Vinzentius und wie das Relief mit den Weisen aus dem Morgenland.“

Cristel Eglinski-Horst: Die Kirchenführerin„Also wie kommt diese Gemeinde nun an diese wunderschönen Bergmannsfenster? Bilder aus der Arbeitswelt der Kumpel, in einem sakralem Raum. In dieser Vielfalt gibt es das nur hier in Harpen. Wie ist es dazu gekommen… Wir hatten einen guten Kontakt zu der Harpener Bergbau-AG, denn sie ist in unserem alten Pastorat gegründet worden. Aus Dankbarkeit und wirklich enger Verbindung zur Gemeinde wollten sie uns, so hatten sie entschieden in den 1930er Jahren, diese Fensterbilder schenken. Diese Fenster wurden dann 1942, als sie fertig waren, nicht mehr eingebaut, wegen der zunehmenden Luftangriffe, sondern wurden irgendwo gesichert. Und die Menschen wussten durch den Krieg und durch den folgenden Hunger, an den ich mich auch erinnern kann, nicht mehr wo diese Fensterbilder geblieben waren. 1949, vier Jahre nach Kriegsende, fand ein Bergmann große Pakete in der Zeche Amalia, auf der 5. Sohle, gar nicht weit von hier… und er schaute hinein und fand diese Fensterbilder. Und erst da wurden sie eingebaut.“

Cristel Eglinski-Horst: Die Kirchenführerin„Nun habe ich Ihnen zu Beginn versprochen einige Geschichten zu erzählen, das habe ich getan. Wenn Sie mehr wissen möchten, denn ich kann nicht alles erzählen, dann kommen Sie her und schauen sich diese Kirche an. Und spüren Sie, wie ich, was für eine wunderbare Ausstrahlung sie hat. Danke.“


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