Hotel Eden

Es war das erste Innenstadthotel, das erste Stundenhotel und auch das erste Asylbewerberheim mitten in Bochums Zentrum. Das Hotel Eden besitzt einen vielversprechenden Namen und eine bewegte Geschichte, die aber seit fast zwei Jahrzehnten stagniert. Seit dem ist es nicht mehr das Hotel am Ring, sondern der Schandfleck am Ring. Und wer sagt, dass das Hotel von außen häßlich ist, der sollte es erst einmal von innen sehen.


Hotel Eden

Hotel EdenHotel EdenHotel EdenHotel EdenHotel EdenHotel EdenHotel EdenHotel EdenHotel EdenHotel EdenHotel EdenHotel EdenHotel EdenHotel EdenHotel EdenHotel EdenHotel EdenHotel EdenDas Stück Mettbrötchen zwischen den Zähnen, die Nervensäge am Telefon, selbst die berühmte Scheiße am Absatz, alles wird man irgendwann los, nur das Hotel Eden nicht. Bochum kann seinen vielleicht größten Schandfleck einfach nicht abschütteln. Das hier, kann man einfach nicht schön reden, und dann steht es auch noch mitten in der Innenstadt. empfindsamen Gemütern sei schon mal gesagt dass sie jetzt besser schon einmal die Herpescreme zu Recht legen sollten, wir gehen rein. Im Jahr 1958 wurde das Hotel Eden erbaut, im Jahr 1995 leer gezogen, man erkennt noch ein paar Strukturen den Eingangsbereich, die Lobby, Reste vom Geschäftsleben, was jedoch überwiegt, ist der Zustand der Zerstörung und der Fäulnis, Schimmel gibt es hier in allen Farben, Formen und Größen. Hier hat der Zerfall sein Zuhause bekommen.

Dr. Ernst Kratzsch - Stadtbaurat Bochum"Hier ist ja auch über Jahrzehnte hinweg nichts getan worden vom Eigentümer, leer gestanden, die Scheiben waren eingeschlagen, es gab Ratten, es gab Unrat auf dem Gelände, es gab eigentlich alle negativen Erscheinungen von Eigentümern die sich nicht um ihre Immobilien kümmern"

Wir gehen rauf, in die erste Etage, dem Aufzug trauen wir nicht, der Treppe aber eigentlich auch nicht. In der Belle Étage suchen wir den grünen Salon, hier muss man kein Geld für Pflanzen ausgeben, ein Feuchtbiotop, Farne und Gräser, und natürlich der Treue Hoteldauergast: Schimmel. Weiter geht es zum so genannten 'Zimmer mit Aussicht', oder mit Feuerwehr-Rutschstange, oder mit Blick aufs Grün. Seit mittlerweile nun über 15 Jahren wird hier rein gar nichts mehr gemacht, der, der eigentlich was machen müsste, kann zu nichts gezwungen werden.

Dr. Ernst Kratzsch - Stadtbaurat Bochum"Das Problem ist das heutzutage Eigentümer ihre Immobilien immer mehr Verwahrlosen und leer stehen lassen können, ohne das wir, in dieses Eigentumsverhältnis, auch im Rahmen der Ersatzvornahme nicht eingreifen können, hier sieht man aber eigentlich auch, ein stark negatives Beispiel, man muss ja sagen das die Leute in der Stadt sich um ihr Vermögen, um ihre Häuser kümmern. Und deswegen sieht man nur sehr punktuelle Ansätze."

Beim Rundgang entdeckt man dann doch noch etwas charmantes, der Weg zum Toilettenbereich, beklebt wie damals in den 80er und 90er Jahren mit den großen Konzertplakaten. Der Weg an den Toiletten vorbei zum Hintereingang, mit Blick auf den Hof, dort liegen die Reste einer großen Industriehalle, in der einmal eine Druckerei drin stand. Das alles gehört jetzt seit einem Jahr einem neuen Besitzer, Gott sei dank heißt es in Bochum, aber, der neue kommt auch nicht so richtig in die Gänge:

Dr. Ernst Kratzsch - Stadtbaurat Bochum"Ich telefoniere im Augenblick täglich mit dem Eigentümer, um mit demjenigen darüber zu spreche wie sein Bauantrag nun weiter bearbeitet wird, ich habe eigentlich die Hoffnung, das wir in nächster Zeit dann doch zu einem Neubau kommen werden."

Diesem Botanischen Garten hier droht also das Ende, auch dem Hotel Eden wird es vorbei sein, hier wird demnächst nicht mehr genächtigt, hier wird gezockt:

Dr. Ernst Kratzsch - Stadtbaurat BochumWir werden dort demnächst eine Spielhalle bauen, eine etwas größere auch, und darüber gibt es Büros."

Offiziell hört es sich also doch so an, als wenn hier bald alles weg wäre, doch wann ist bald?

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