Glockenstimmen

Die Glocke ist zurück. Als eine von vieren hängt die 1957 vom Bochumer Verein gegossene Glocke nach erfolgter Restauration wieder in der Marienkirche. Mit der Inschrift „Gerechtigkeit schafft Frieden“ hängt sie nun gut sichtbar vom zukünftigen Foyer des Anneliese-Brost-Musikforums Ruhr in 12 Metern Höhe. Die Abstimmung des Tons „B-Null“ der künftigen Pausenglocke erfordert ein wesentlich leiseres Anschlagen des neuen, seitlich montierten Bronzepilzes. Die Bochumschau berichtet von der Stimmprobe.


Glockenstimmen

Bernhard Mensen:Glockenstimmen"Der Ton den wir hier hören, das ist das B Null. Die hat einen Durchmesser von 1,92 Meter und wiegt so knapp vier Tonnen. Wobei der Klöppel alleine schon ungefähr 150 Kilo bis 200 Kilo."

Bernhard Mensen: Glockenstimmen"Nich schlecht ne?"

Moderatorin: Glockenstimmen"Das is ja toll"

Bernhard Mensen: "Das macht eben auch die Schwingung aus"

Moderatorin: "Wann ist die gegossen worden, die Glocke?"

Bernhard Mensen: Glockenstimmen"1957"

Moderatorin: "Von Bochum auch?"

Bernhard Mensen: Glockenstimmen"Ja, Bochumer Glockengussverein. Das ist das Schlagwerk was von oben aus angesteuert wird und soll später eben den Pausengong bilden. Der klingt nichtt ganz so satt, aber wir können den auch so einstellen, dass eine Menge möglich ist, sowohl in der Lautstärke, als auch in der Klangvariation. Damit fangen wir jetzt einfach mal an, machen aber jetzt so bevor wir das wieder ändern, exemplarisch einen Probelauf. Also letztlich wird die Endeinstellung dann gemacht, wenn wir das Gerüst abbauen und der ganze Innenausbau fertig ist. Zu der Besonderheit was man hier noch sehen kann ist n Bronze-Aufsatz-Pilz. Der hat die Funktion, dass nicht Stahl auf Stahl schlägt. Bronzeglocken kann man mit Stahl anschlagen aber Stahlglocken kann man nur mit einem Bronzepilz anschlagen ansonsten hört sich das an wie n kaputter Eimer. Interessant wird jetzt der Nachhall. Der hat auch was zu tun mit der Anschlaghöhe. Jetzt entwickelt er eigentlich erst seine ganze Schwungfähigkeit der Ton, auch die Variation des Tons kommt nur dann zur Geltung, wenn eine bestimmte Anschlagstärke da ist. Wir können das ja jetzt mal probieren. Können Sie das einmal n bisschen weniger einstellen? Mit einem kleineren Hub? Da trifft er ihn nicht.. jetzt bitte nochmal einmal einen Tick leiser? Also noch n kleineren Hub? Jetzt merkt man schon den Unterschied, es schwingt wesentlich weniger. Das war nichts. Noch n bisschen. Gut. Das geht so dann nicht, aber Moment.. so würde es schon gehen."

Moderatorin: Glockenstimmen"Man muss sehen was man unten hört später?"

Bernhard Mensen: Glockenstimmen"So wäre noch besser, aber das ist schon sehr sehr kräftig. Ja, aber man merkt ja auch die Schwingung kommt erst dann wirklich zustande, wenn er eine bestimmte Anschlagstärke kriegt."

Moderatorin: "Wie wird das denn angesteuert über?"

Bernhard Mensen: "Nein, im Grunde genommen nur über n Getriebe, wo n Hub dran sitzt, der hier. Erklären Sie es eben."

Bernhard Mensen: Glockenstimmen"Ja, ist ein Motor mit einem Exzenterrad und auf dem Exzenterrad sitzt ein Hebel und dieser Hebel zieht dann die Stange hoch mit dem Hammer und dann kommt an der Exzenterkurve einmal der Moment wo das Ganze abfällt und dann fällt der Hammer runter auf die Glocke."

Moderatorin: "Ja, das ist jemand der da in der Pause sitzt und dann auf den Knopf drückt und.."

Bernhard Mensen: Glockenstimmen"Genau, das was er sonst über den synthetischen Pausengong macht, macht der per Knopfdruck von der Schaltzentrale aus, von der Regie aus. Das ist letztlich eine technische oder eine Frage dessen wo der Nutzer das hin haben möchte. - Der Gock schimpft mich aus, weil ich keinen Helm aufhabe."


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