Exzenterhaus Bochum

Einen massiven Bunker zu entfernen, ist eine fast aussichtslose Aufgabe. Schließlich wurde er ja einst gebaut, damit nichts und niemand ihn erschüttern kann. Leider werden diese Beton-Riesen im Laufe der Jahrzehnte aber nicht schöner. Eine Ausnahme bildet da der Rundbunker an der Unistraße. Der bildet jetzt das bauliche Fundament einer architektonischen Herausforderung. Ein Film über den Bochumer Leuchtturm.


Exzenterhaus Bochum

Exzenterhaus BochumEs ist so eine Art Dauerbaustelle, die seit 2008 an der Universitätsstraße entstanden ist. Ein Bunker ist halt ein zäher Bursche; An dem wird nicht so leicht herumgebohrt oder geschnitten und weg bekommt man ihn auch nicht. Aber, so die architektonische Idee, man kann auf ihm aufbauen, ein Bunker als Fundament, darüber das Gebäude, das in die Höhe strebt und am Ende 83,5 Meter hoch sein wird; Ein Riese aus Stahl und Beton, das Exzenterhaus. Ein in Architektenkreisen gefeierter, in direkter Nachbarschaft umstrittener Leuchtturm. Und so soll er einmal aussehen, wenn er fertig ist. Dazu Daten und Fakten:

Udo Teigelkötter, Bauleitung Exzenterhaus:
Exzenterhaus Bochum„Es sind insgesamt fünfzehn Geschosse, plus drei Zwischengeschosse, wobei die drei Geschosspakete jeweils aus fünf Geschossen bestehen, die Gegeneinander verdreht sind, das sind elliptische Grundrisse, lockenförmig. Das heißt eben auch dieser Name Exzenterhaus: Das exzentrische verdrehen dieser Geschoßpakete zueinander.“

Exzenterhaus BochumIn der Sprache der Architekten nennt man so etwas Fassadenkurvung. Ovale Grundrissformen gegeneinander verdreht; Mit gespanntem Beton sind ja heutzutage die abwegigsten Bauformen realisierbar. Für den Bauingenieur ist das hier eine ganz besondere Herausforderung. Drei verschieden gedrehte Geschosspakete sind kein Hochbau von der Stange. Es ist nicht nur der zähe Bunker, es ist auch die besondere Architektur, die dafür sorgt, dass Hier bereits seit drei Jahren gebaut wird.

Udo Teigelkötter, Bauleitung Exzenterhaus:
Exzenterhaus Bochum„Das Problem ist auch hier, bei solchen Baukörpern natürlich, diesen Baukörper zu bauen, da die Geschoßpakete gegeneinander versetzt sind. Das bedeutet: Man kann nicht einfach jetzt Gerüste bauen, sondern man muss also besondere Stahltechniken anwenden, um dieses Haus, diese Geschosse, bauen zu können, insbesondere auch bei dieser Höhe.“

Exzenterhaus BochumDie Endhöhe von über 80 Metern ist noch nicht erreicht. Trotzdem kann man schon vom neuen Wahrzeichen der Universitätsstraße sprechen. An so etwas hat im Jahr 1943 bei der Fertigstellung noch niemand gedacht. Damals wurde ein unzerstörbarer Betonklotz errichtet um den Alliierten Luftangriffen zu trotzen; 3000 Menschen zitterten hier, Nacht für Nacht. Doch der Bunker war solide gebaut.

Udo Teigelkötter, Bauleitung Exzenterhaus:
„Das ist ein Rundbunker, mit Außenwänden mit einer Stärke von ca. 2 Meter, mit einer Sohlplatte, alten Sohlplatte, von 2 Meter Stärke, die abgetragen werden musste, und das Dach bestand auch aus einer 2 Meter starken Stahlbeton-Decke, welche abgetragen werden musste, und das bedeutet auch natürlich sehr große Anforderungen für das Abdeck-Unternehmen, diesen Bunker zurück zu bauen.“

Exzenterhaus BochumEigentlich wurde das neue Exzenterhaus erstmals richtig wahrgenommen, als es in die Höhe ging. Jetzt, wo man in der Kategorie Holiday Inn, Lueg, oder Stadtwerke-Hochhaus angekommen ist. Doch fast noch anspruchsvoller als der Hochbau, war der Tiefbau. Die Bauzeichnungen zeigen: Seitlich, unterhalb des Bunkers, ist ein rundes Rohr, die nächste Herausforderung beim Bau des Exzenterhauses.

Udo Teigelkötter, Bauleitung Exzenterhaus:
„Der Bunker birgt natürlich auch ganz besondere Anforderngen im Bezug auf die Gründung, insofern, dass sich neben dem Bunker, in unmittelbarer Nähe, zwei U-Bahnschächte befinden, die natürlich durch die Gründung des Bunkers nicht beeinträchtigt werden dürfen.“

Es ist gelungen! Die Universitätsstraße nahm ober- und unterirdisch keinen Schaden. Es wird gebaut, trotz der Proteste der Anwohner; Ein juristischer Baustopp wurde abgewendet. Die Fertigstellung wurde jetzt auf Ende 2012 terminiert.


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