Boulevard der Bücher

Vielleicht heißt sie ja irgendwann nur noch "BBB" oder "Triple B", wenn sie einmal etwas bekannter ist. Die Bochumer Bücherbörse gab es jetzt zum zweiten Mal und schon hatte sie einiges mehr zu bieten als in der ersten Auflage. Neben dem Verkauf gab es noch die Präsentation von Bochumer Autoren. Die gab es zu sehen und zu hören im sogenannten Lesezelt, einem der wenigen schattigen Plätzchen auf dem Boulevard der Bücher.


Boulevard der Bücher

Boulevard der BücherDer Kuhhirte vor wolkenlosem Blau, am Fuße eine Gruppe bei der Stadtführung, alle schwitzend, am letzten richtig heißen Tag des Jahres 2011. Am Kuhhirten war man auf der Sonnenseite, auch die Verkäufer des Bücherboulevards. Besser lief das Geschäft auf der anderen, der Schattenseite. Solche Probleme hat man aber gerne, nachdem es im letzten Jahr, bei der ersten Ausgabe, nur geregnet hatte. Der zweite Bochumer Bücherboulevard, ein Fest für all die Leute die noch ohne I-Pads auskommen.

Boulevard der BücherDer eine freut sich über günstige Bücher, über freie Raummeter in der Wohnung. Hier brauch man keine Apps um Texte zu transportieren, hier braucht man Bananenkisten, hier sind Chiquita, Dole und Banacol noch bekannte Namen. Man trifft aber auch auf Dostojewski, Mann und auch auf Konsalik und andere Schätze aus der Büchergilde; Historisches, profanes, kultiges. Hier gibt es Klassiker der Ruhrgebietsgeschichte. Alles zu Kohle und Stahl und andere Dinge, die heute nicht mehr da sind. Und es gibt Bochumer Themen, denn der Bücher Boulevard ist nicht nur Verkauf, er ist auch die Präsentation von Literatur in Bochum und von Bochumer Autoren. Eine bunte Vielzahl von Themen von Genres.

Ulli Engelbrecht, Bochumer Autor
Boulevard der Bücher"Wir haben sehr viele Krimi-Autoren in Bochum, wir haben Leute die lange schon schreiben, sehr skurrile Sachen machen, wie Juckel Henke, oder eben Leute, die historische Romane machen, also es ist hier ne Szene, die gab es schon aber die wächst mittlerweile. Und mittlerweile ist es hier auch sehr öffentlich; Die gehen raus, die machen viel, viele Cafes in Bochum öffnen sich auch für Lesungen. Es ist natürlich neu und das ist auch schön so."

Auf die Literatur bezogen der Bochumer Frühling: Neue Orte, neue Bekanntheit für die Schreiber aus der Stadt mit dem Buch im Wappen. Ein Beispiel: Der schon eben angesprochene Juckel Henke, der freut sich über die Plattform Bücherboulevard.

Juckel Henke, Bochumer Autor
Boulevard der Bücher"Es ist schön, dass man Plattformen geboten kriegt, als Bochumer Autor auch hier in Bochum zu lesen. Denn Bochumer Autoren werden meiner Meinung nach immer noch vernachlässigt. Es heißt nicht um sonst in dem Sprichwort "Der Prophet im eigenem land zählt nichts". Also, man muss mehr für Autoren tun und es ist schön, dass sich auch wirklich kleinere Buchläden wie z.B. die Buchhandlung Gimmerthal in Bochum Langendreer wirklich rührend um Bochumer Autoren kümmert, und das ist eine schöne Sache."

Und verkauft haben sie am Ende alle, die Bochumer Autoren, die Billiganbieter und die Freunde der Literatur, mit der Erfahrung des zweiten Jahres: Lieber zu heiß als Regen.


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