Sandalen im Schnee

Wassily Korotchenko, die Sandalen im Schnee, haben sie bei der Bochumschau schon draußen gesehen, aber sie haben ihn noch nicht drinnen gesehen. In seinen vier Wänden. Und siehe da, dieser Professor ist nicht nur draußen verwunderlich - auch drinnen.


Sandalen im Schnee

Sandalen im Schnee So haben wir ihn in der Bochumschau schon präsentiert: Wassily Korotchenko, der Mann, der morgens bei der Auswahl der Garderobe nicht viel Zeit verliert, und dabei auch nicht aufs Wetter schaut; Kurzes Höschen, Hemdchen, und Sandalen, fertig! Jetzt fragt sich vielleicht der eine oder andere Zuschauer, ob Wassily Korotchenk noch alle- oder noch richtig- na, Sie wissen schon… Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Erst recht nicht, wenn man die „Sandalen im Schnee“ zuhause besucht; Warum sollte es da normal aussehen? Wir müssen einmal vorweg nehmen, dass Wassily Korotchenko ein hochintelligenter Mann ist. Professor Doktor Korotchenko ist nämlich Neurobiologe. Im Jahr 1992 hat der gebürtige Ukrainer in Deutschland Asyl beantragt. Von Minsk, nach Bochum. Und da wurde Korotchenko zum Künstler. Vierhundert Bilder sind seitdem entstanden; Die meisten davon hängen in seiner Wohnung. Der Neurobiologe malt Neuro-Meditationsbilder

Sandalen im SchneeProf. Dr. Wassily Korotchenko, Neurobiologe und Künstler
„Meditation bedeutet ruhig zu bleiben, zusammen ruhig bleiben, und dieses Bild betrachten. Wichtig ist, nicht darüber nachzudenken, worum es geht; Was das ganze ‚bedeutet’. Nur mit dem Bild zusammen bleiben, dann kann es sein, dass an einem anderen Tag andere Gefühle beim selben Bild hochkommen.“

Korotchenko fällt es nicht ganz so leicht, seine Kunst zu erklären. Man muss sie sehen, oder noch besser, fühlen.

Prof. Dr. Wassily Korotchenko, Neurobiologe und Künstler
„Leute können verschiedene Gefühle empfinden, zum Beispiel Angst, Glück, ganz unterschiedliche Gefühle, auch ohne ‚logische’ Analyse.“

Sandalen im SchneeSandalen im SchneeSandalen im Schnee

Aufs Bild starren und meditieren, und schauen, wer vorbei kommt. Manchmal der eigene Hund, der mit der rauen Zunge. Korotchenko meditiert und wir schauen mal in die anderen Zimmer: Schön bunt. Eine große Ausstellung hat Korotchenko noch nicht gemacht, deshalb auch noch nicht so viele Bilder verkauft. Aber, er muss auch nicht; Er braucht nicht viel.

Prof. Dr. Wassily Korotchenko, Neurobiologe und Künstler
„Ich rauche nicht, gehe nicht ins Restaurant, ich trinke nicht.“

Nur auf einen Luxus legt der Asket großen Wert: Auf gutes Schuhwerk.

Prof. Dr. Wassily Korotchenko, Neurobiologe und Künstler
„Ich kaufe einmal pro Jahr Sandalen und das ist genug. Diese letzten Sandalen waren ganz gut, ist das zweite Jahr, waren auch teurer.“

Wassily Korotchenko gibt es auch als Kunst am Bau. In der Melankton-Kirche hat er eine Meditationsecke bemalt. Alles dreht sich immer um das gleiche Thema: Meditation, Gedanken, Gehirn. Wie gesagt, der Neurobiologe. Und da hat der Professor auch ein paar wissenschaftliche Erfolge vorzuweisen, Erfindungen und Patente, in Russland und in Deutschland. Und ein Patent führte zu Korotchenkos bestem Geschäft:

Prof. Dr. Wassily Korotchenko, Neurobiologe und Künstler
„Ein Bild habe ich an die Büros vom Patentamt verkauft, da konnte ich zwei Jahre lang von leben.“

Im Gleichschritt: Sandalen und gute Lederware; Der Künstler und sein Patentanwalt. Wir befinden uns in den Räumlichkeiten von Arne Behrendt der Kanzlei Schneiders & Behrendt in der Bochumer Innenstadt. Dort hängen zwei echte Korotchenkos, eine Auftragsarbeit aus dem Jahr 1999.

Sandalen im SchneeDipl.-Ing. Arne Behrendt, Patentanwalt
„Wir wollten nicht, dass Herr Korotchenko wie früher Michelangelo in unserm Büro an der großen Wand malt und da dann eine Woche lang die Mandanten verunsichert, er hat dann dieses Bild zuhause gemalt. Er hat dann also drei (das sind drei Teile), hat das in drei Teile aufgeteilt, die harmonisch zusammen passen, die aber alle noch grade in seine Wohnung passten und die auch transportfähig waren, die hat er dort gemalt und die hat er dann im Büro zusammengestellt.“

Der Künstler dreht erstmal das Kunstwerk; So rum geht es auch. Der Anwalt wirkt amüsiert. Arne Behrendt kennt Wassily Korotchenko schon lange und er kennt ihn gut.

Dipl.-Ing. Arne Behrendt, Patentanwalt
„Als ich ihn kennen lernte, da ging er noch ganz bürgerlich im Anzug, vielleicht auch Krawatte, weiß ich nicht, herum; Inzwischen hat er sich doch immer mehr als Künstler engagiert und als Künstler hat man auch seine ganz eigene Vorstellung von der Welt. Und ich verstehe es nicht. Ich verstehe auch nicht, wie er das aushält, aber er scheint noch ne sehr robuste Gesundheit zu haben, dass er eben mit der knappen Bekleidung auch im tiefsten Winter herum laufen kann und das aushält“

Dieses Foto ist übrigens vierzig Jahre alt. Ein bisschen zu warm war ihm schon damals, diesem Lebens- und Bilderkünstler, der schon immer eine Schwäche hatte für Sandalen im Schnee.


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