Von Zuwanderung bis X-Vision

Früher war es Kemnade International, heute ist es X-Vision. Musik, Folklore, Jugendkultur. Das alles und 50 Jahre Zuwanderung von Türken nach Deutschland, nach Bochum, zeigte ein Abend im Stadtarchiv Bochum. Die Archivare eröffneten die Ausstellung, die jugendlichen Musiker füllten sie mit Leben.

Von Zuwanderung bis X-Vision

Von Zuwanderung bis X-Vision

Von Zuwanderung bis X-VisionEs war ein Zusammentreffen der „Next Generation“ mit der „First Generation“. Die „Next Generation“ sind die Musiker und Künstler des Projektes, inzwischen aus Wattenscheid. Die traten im Bochumer Stadtarchiv auf, weil dort eine Ausstellung geöffnet wurde, zu dem Thema „türkische Einwanderer in Bochum im Jahre 1961“. Das war das Jahr des Anwerberabkommens zwischen Deutschland und der Türkei, 50 Jahre Zuwanderung von Ost nach West. Die Generation der Großeltern, ausgestellt als Objekte mit großem Erinnerungswert. Mit dieser Handtasche an der Hand reiste Gülşen Güven 1970 von der Türkei nach Bochum. Ein Miniaturwebstuhl mit eingewebten Familiennamen von Ali Karamizrak. Gegenstände aus einer anderen Zeit betrachtet von der Generation der Gegenwart.

Ogur Babadagi, Musiker bei X-Vision Von Zuwanderung bis X-Vision„Damals kamen die Ausländer hier nach Deutschland, um halt zu arbeiten und um natürlich Geld für die Familien in die Türkei zu bringen, und das war, ich schätze, das war, so gut ich weiss hart, aber das war denen egal, Hauptsache sie konnten ihre Familie ernähren.“

Saain Sezersarac, Tänzer bei X-Vision Von Zuwanderung bis X-Vision„Mein Großvater ist mit meiner Mutter im Bauch meiner Oma nach Deutschland gekommen. Meine Mutter war, die erste die hier geboren ist und das war 73.“

Von Zuwanderung bis X-VisionWenig später entstanden diese Bilder, Kemnade International, das bunte Kulturfest in Bochum. Gegründet im Jahre 1974, neugierig beräumt mit Interesse und auch Vorurteilen. Es dauerte schon ein bisschen, bis die Integration begann, bei der Arbeit ging es am schnellsten. Aber nur bei denen, die die Sprache beherrschten, sonst war es schwer und ist es schwer.

Saain Sezersarac, Tänzer bei X-Vision Von Zuwanderung bis X-Vision„Das Problem ist, meine Oma kann bis heute kein Deutsch, mein Opa hat Deutsch in der Türkei gelernt und ist nach Deutschland gekommen, weil er wusste, dass es schwer wird, in Deutschland die Sprache zu lernen.“

Omid Pouryousefi, Projektleiter X-Vision Von Zuwanderung bis X-Vision„Mit der Sprache war nicht, sondern ist immer noch ein Problem. Bei der Generation ist es immer noch ein Problem, was man auch offen zugeben sollte und auch daran arbeiten sollte. Grundsätzlich ist es für Erwachsene natürlich viel schwerer. Also ich bin zum Beispiel nach Deutschland gekommen und bin direkt hier in die Schule gegangen und nach einem Jahr konnte ich relativ gut die Sprache, aber für Ältere ist es natürlich schwer.“

Von Zuwanderung bis X-VisionIm Stadtarchiv gab die Leiterin Ingrid Wölck eine Einführung in die Geschichte der Ausstellung der Zuwanderung, auch wenn das hier nicht zwingend das ideale Publikum für einen wissenschaftlichen Vortrag war. Die Zuwanderung ist ein Teil der Geschichte der meisten, die hier im Saal alle waren. Doch Zuwanderung war die „First Generation“, die „Next Generation“ hat eine andere Botschaft.

Omid Pouryousefi, Projektleiter X-Vision Von Zuwanderung bis X-Vision„Wir können was, wir sollen das zeigen und selbstbewusst sein und alle zusammen, auch alles zusammen, das macht dann auch Deutschland heute aus. Definitiv, das ist auch die Botschaft, die wir haben.“

Von Zuwanderung bis X-VisionDie Geschichte und die Ergebnisse von 50 Jahren Zuwanderung, früher hieß es „Kemnade Internationale“, heute „X-Vision“.


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