VfL-Legenden

Es war ein schicksalhafter Zufall, dass an dem Tag, an dem der ehemalige VfL-Präsident Ottokar Wüst zu Grabe getragen wurde, das Union-Kino einen alten VfL-Film zeigte.
Im Rahmen des 11mm-Fußballfilmfestivals gab es noch einmal ein Wiedersehen mit dem 1985 gedrehten Film "Spielerfrauen". Eine Dokumentation über die Frauen und Freundinnen der VfL-Spieler dieser Zeit. 1985, das waren Schafstall, Gerland, Lameck und Co., die an einem Tag wieder alle zusammen in Bochum waren.

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VfL-LegendenDer Himmel weiß, was sich gehört: blauweiß über dem Union-Filmtheater, an dem Abend als so Leute wie Hermann Gerland im Bermuda-Dreieck zu Gast waren. Oder auch Ata Lameck. Das Thema ist somit klar, hier geht es um Fußball. Sowie beim 11mm-Festival, das einige ausgewählte Fußballfilme ins Kino brachte. Zu Gast: Kinointeressierte wie Jens Todt oder auch die schon erwähnten VfL-Legenden. Was gab es zu sehen: "Fußball über alles".

Ein Rückblick in das Jahr 1985: Wie passend da noch einmal solche Bilder zu sehen. VfL-Präsident Ottokar Wüst schreitet auf einmalige Art und Weise durch die Kabine, um seine Spieler zu trösten. Das Gegenstück dazu, der "harte Hund" Rolf Schafstall, und hören Sie einmal genau hin, denn genauso schlecht wie die Bild- ist auch die Tonqualität.

Rolf Schafstall, im Filmbeitrag 1985: "Wenn ich das manchmal hier sehe, was wir für schwache Fußballer haben! Warum? Weil sie sich keine Mühe geben. Mein Gott nochmal. Das ist das doch hier. Da sind zwei drei dabei, die können was, alles andere können das nicht."

VfL-LegendenSo war Rolf Schafstall im Rückblick.

Rolf Schafstall, Trainer VfL Bochum 1981-1986: "Das geht ja gar nicht mehr so. Der Fußball hat sich dermaßen gewandelt, im positiven. So könnte man nicht mehr trainieren, so könnte man keine Mannschaft mehr führen. Das sind ganz andere Sachen."

Worüber haben Sie denn persönlich am meisten gelacht, gerade?

Walter Oswald, Spieler VfL Bochum 1978-91: "In dem Film? Da, wo wir unseren Trainer mal wieder gesehen haben. Wie er da seinen Auftritt hatte."
Ralf Zumdick, VfL Bochum, 1981-95: "Er war Trainer mit Leib und Seele, das muss man nicht immer sehen ud er hat uns immer heiß gemacht. Und das hat nur eine kleine Facette von seinem Charakter gezeigt. Er ist immer ein Vulkan gewesen, der beben konnte, der uns aber zur richtigen Zeit wieder runterholen konnte, motivieren konnte. Das darf man dabei nicht vergessen. Er war ein wichtiger Trainer für mich."
VfL-LegendenMichael "Ata" Lameck, Spieler VfL Bochum 1972-88: "Es war ein einmaliges Erlebnis, auch früher mit ihm zu trainieren."
Walter Oswald, Spieler VfL Bochum 1978-91: "Es war ja nicht jedesmal so auf dem Platz, nicht bei jeder Einheit ist das so gelaufen. Hat vielleicht auch die Kamera Schuld dran gehabt."
Rolf Schafstall, Trainer VfL Bochum: "Die fünf Jahre in Bochum, das war mit sehr viel Arbeit verbunden, aber es war auch zum genießen. Jedes Jahr die Herausforderung zu haben, die Klasse zu halten, weil wir immer wieder verkaufen mussten. Ottokar hat ja alles verkauft und man bekam nur junge Spieler. Und diese jungen Spieler zu formen und zu Bundesligaspieler zu machen und die Klasse zu erhalten, das war meine große Herausforderung."

Und dann noch solche schönen Szenen: die ganze Mannschaft kommt zu Besuch zu Schaftstalls nach Hause. Die Schuhe werden ausgezogen und vor lauter Respekt putzen sich manche Spieler sogar die Socken ab. Teambuildingmaßnahmen und beim Trainer zuhause serviert Frau Schafstall Kaffee und Kuchen.

Ralf Zumdick, VfL Bochum, 1981-95: "Wir waren als Spieler untereinander sehr verbunden und sind oft rausgegangen und das hat uns eigentlich immer diese Stärke gegeben und wenn man sieht, so ein bärbeißiger Typ wie Hermann oder so ein Ata, der nach Außen hin ein bisschen unscheinbar ist, aber für die Truppe insgesamt sehr wichtig war, das waren halt Typen."
Heinz Knüwe, VfL Bochum 1979-86: "Ich würde sagen, dass wir über unsere Kameradschaft unsere Spiele gewonnen haben. Das ist wahrscheinlich das Manko, dass in vielen Vereinen nicht zu so einer Kameradschaft kommt, weil der Fußball schnelllebiger geworden ist."
VfL-LegendenHermann Gerland, VfL Bochum 1972-84: "Ich habe jetzt eingeführt, zum ersten Mal, dass ich sage, wenn ich in der Sommerpause frei habe und nach Bochum komme, dann möchte ich auch meine ehemaligen Mitspieler sehen und treffen und mich daran erfreuen, dass es ihnen gesundheitlich gut geht und auch wirtschaftlich gut geht. Dann habe ich ein gutes Gefühl und es ist sehr schön und ich möchte das auch nicht missen."

Ganz am Ende standen sie alle nocheinmal zusammen auf der Bühne wie zum Mannschaftsfoto. Und im Foyer diskutierten alle VfLer über die guten alten Zeiten und was man daraus mitnehmen kann.

Und einer hatte noch besonderes Glück, dieser Herr hier erhielt eine Autogrammkarte von seinem Idol, Hermann Gerland. "Für Ata, von Hermann."

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