Denkmal für Tana

Eine Duse ist ein Begriff aus der tschechischen Sprache. Übersetzt heißt es soviel wie ein Mensch mit gewissen Eigenschaften wie Seele oder Geist. Wenn man nun eine Ruhrgebiets-Duse ist, verkörpert man so etwas wie die Seele des Reviers. Und das hat Tana Schanzara so gut wie keine andere gemacht und deshalb hat sie auch das Denkmal verdient, dass ihr jetzt gesetzt wurde. Direkt vor dem Bochumer Schauspielhaus, dem Ort, dem sie 50 Jahre lang treu verbunden war.


Denkmal für Tana

Denkmal für TanaDer Vorhang war noch unten, als am frühen Morgen vor dem Schauspielhaus die ersten Kaffeetrinker in ihren Zeitungen blätterten. Noch war es ruhig und leer, aber vor diesem verhüllten Etwas versammelten sich die ersten Neugierigen Vier- und vor allem Zweibeiner. Was sitzt denn da so verhüllt?

Denkmal für Tana
Ein Blick hinter den Vorhang zeigt zwei schlanke Beine und vorne gibt es jetzt ein rotes Schleifchen. Kamerateams beziehen ihre Position und warten auf die Enthüllung des Denkmals für Tana Schanzara. Erste Denkmalspender sind schon da, Christian Stratmann zum Beispiel Leiter des Mondpalastes in Wanne-Eickel blickt auf das stille Fleckchen Erde für Tana.

Christian Stratmann, Mondpalast Wanne-Eickel: Denkmal für Tana"Tana Schanzara war ja eine der ganz großen Volksschauspielerinnen, also so sehe ich das und der Mondpalast von Wanne-Eickel ist ein ganz großes Volkstheater und deshalb bin ich hier und freue mich, dass wir n bisschen dazu beitragen konnten, dass diese große Dame des Theaters ein Denkmal bekommt."

Denkmal für TanaAngemessen feierlich der Himmel. Ein bisschen Stimmung, ein luftiger Gruß.
Jetzt ist es voll geworden und jetzt soll es auch nicht länger dauern, die Enthüllung, die Einweihung.
Vorhang auf für Tana Schanzara in Bronze. Gefertigt vom Bildhauer Karl Ulrich Nuss der auch schon den Jobsiadebrunnen hergestellt hat.
Da sitzt sie nun, Tana Schanzara. Im Dezember 2008 ist sie verstorben, jetzt ist ein Stückchen von ihr zurückgekehrt.

Anselm Weber, Schauspielhaus Bochum: Denkmal für Tana"Ich denke, dass es ein Denkmal ist, was zum verweilen einlädt, man kann sich daneben setzen. Deswegen dieser Ort der Bank unterm Baum. Ja, man kann einfach mit ihr kommunizieren, man kann das kleine Gespräch mit ihr führen und kleine Geheimnisse austauschen so wie früher auch, also sie ist für alle da."

Denkmal für TanaTana inmitten ihrer Bochumer und eine durfte ganz nah ran, Heidi Bösen.
Von ihr stammte der Entwurf, hervorgegangen aus einem Aufruf der Bochumer WAZ, die hatte die Idee für ein Denkmal für Tana. Vor allem Kulturredakteur Jürgen Böwers Süßmann.
Weitere Kontaktaufnahme Maja Beckmann vom Bochumer Schauspielhaus, die bemerkte, dass Tana eine warme Person ist.
Hier war es die Sonne, früher das wahre Leben und noch heute erzählt man sich in der Schauspielhauskantine die alten Geschichten.

Maja Beckmann, erhielt 2010 den Tana Schanzara Preis: Denkmal für Tana"Man hört über Schnaps trinken in der Kantine, über Tiere im Theater, über heimliche Drehs und über ne Direktheit. N Mut, ne Direktheit und n bisschen ne Schrulligkeit so."

Denkmal für TanaNun sind sie also wieder zusammen, das Schauspielhaus und Tana Schanzara.
Die schlanken Fesseln hätten ihr gefallen und wohl auch die Pose. Der Gesichtsausdruck gutmütig und irgendwie zufrieden.
Jetzt sitzt sie da und schaut hinüber und wird doch noch einmal umgebettet, ein paar Meter weiter unter einen Kirschbaum, in zwei Jahren nach Ende der Straßenbauarbeiten.


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