Starke Orte

Man nehme einen grauen Ort, am besten ein Industriedenkmal und fülle diesen Ort mit Farbe und Energie. Hört sich nach einer todsicheren Idee für eine schöne Kunst-Ausstellung an, vor allem wenn Leute ans Werk gehen, die Kunst können. Wie der Bochumer Künstlerbund mit seiner Ausstellung „Starke Orte“ in der alten Turbinenhalle im Westpark. Die Turbinenhalle ist so etwas wie die kleine kaum beachtete Schwester der Jahrhunderthalle. Doch der Bochumer Künstlerbund hat die Kleine richtig hübsch gemacht und in Szene gesetzt.

Starke Orte

Starke Orte

Starke OrteLeicht versteckt liegt er, der kleine Bruder der Jahrhunderhalle, die Turbinenhalle. Die Künstler haben ihn gefunden, diesen Ort, ein starker Ort. Inmitten des Westparks, zwischen den Industrieruinen des alten Krupp-Geländes. Historische Industriebauten als Heimat für moderne Kunst. Das alte graue Energiezentrum der Stahlwirtschaft wird nun durch künstlerische Leuchtkraft ganz bunt und farbig.

Starke OrteDer Bochumer Künstlerbund hat in der Turbinenhalle eine Ausstellung organisiert und 32 Künstler haben Objekte zur Verfügung gestellt.
Diese Halle war lange Zeit für die Öffentlichkeit verschlossen.
Jetzt ist sie wieder als starker Ort für jedermann zugänglich.

Sepp Hiekisch-Picard, Kunstmuseum Bochum: Starke Orte„Der Kampf um diese "starken Orte" im Ruhrgebiet geht eigentlich zurück bis in die 50er Jahre, da haben Künstler sich schon damit auseinandergesetzt und gesagt: "Wir müssen die Industriebrachen, wir müssen die Industriedenkmäler quasi erhalten, umfunktionieren, kulturell nutzen." Die Künstler waren zuerst da, später kamen dann die Städteplaner, die Politiker und dann is es endgültig mit der Kulturhauptstadt gelungen da einen weiteren Schritt zu gehen.“

Starke OrteDa staunt der Besucher wie eindrucksvoll diese karge Halle wirkt, gefüllt mit den farbenfrohen Objekten des Bochumer Künstlerbundes.
Objekte sind es, ausschließlich Objekte, auf Bilder und Grafiken wurde verzichtet.
Und noch eine zweite Auflage gab es für die ausstellenden Künstler.
Es hieß diesen Ort anzunehmen, der früher einmal ein ganzes Stahlwerk mit Energie versorgte.

Klaus Nixdorf, Bochumer Künstlerbund: Starke Orte„Wir haben gesagt, die Leute müssen sich mit Installationen beschäftigen, die das Thema Energie, Kraftzentrale aufgreifen und die Meisten, die sich hier beworben haben, haben auch dann etwas geschaffen, das nur hier für diese Halle gebraucht wird oder aufgebaut wurde.“

Starke OrteEin Beispiel: Dieser Lichtvorhang der Bochumer Künstlerin Angelika Herker.
Alles ist in Bewegung, ein farbiger Kontrast zum Grau der Wände und rostbraun der Maschinen in der Turbinenhalle.

Angelika Herker, Künstlerin: Starke Orte„Es hat sich so entwickelt, dass ich eine große andere Halle, die Kompressorenhalle auf der Kokerei Hansa bestückt habe und diese Halle ist ähnlich unfarbig und dunkel wie diese hier und da hab ich gedacht das Einzige und Vernünftige was man machen kann ist etwas sehr leichtes, aber auch das Licht in die Halle zu holen.“

Starke OrteWeitere Beispiele der Ausstellung: Diese Installation von Weiß und Heiser.
Windkraft und seine Wirkung auf die Pflanzenwelt oder dort wo Energie ist, wächst Leben.
Leben war auch einmal in diesen Energiezentren.
Fotografien von menschlichen Herzen in der Herzkammer von Engels und Krämer, ein bedrückender Teil der Ausstellung.

Starke OrteDer Bochumer Künstlerbund hatte gerufen und viele Künstler beteiligten sich gerne an dem Projekt Starke Orte in Bochum und anderswo.

Andreas Heiser, Künstler: Starke Orte„Der Bochumer Künstlerbund hat irgendwann gesagt, es ist einfach schade, dass die Künstlerbünde im Ruhrgebiet nich vernetzt sind, ob man sich da einfach ma zusammentun könnte. Fing mit Anrufen an, dass man die Leute angerufen hat, ob sie Lust hätte da drauf und dann haben wir das mit fünf, ich glaub fünf oder sechs Leuten ausm Bochumer Künstlerbund über ich glaub drei oder fast vier Jahre ins Leben gerufen und jetzt sind wir irgendwie angekommen und is auch bald wieder vorbei.“

Immerhin einen Monat lang wurde die alte Turbinenhalle zum Leben erweckt.
Durch das Engagement des Bochumer Künstlerbundes, der dafür sorgte, dass dieser Ort auch wirklich ein starker wurde.


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