Bochumer Stollen

Seit der Schließung von Hannover-Hannibal und Holland gibt es in Bochum nicht nur keine Zechen mehr, die mit H anfangen, nein, es gibt überhaupt keine Zechen mehr. Schicht im Schacht. Wer noch ein bißchen Untertage-Luft schnuppern möchte, fährt ins Bergbaumuseum. Da hat man immerhin sieben Meter Erde über dem Helm. Noch höher liegt der neue blau-weiße VfL-Stollen, der den ehemaligen Spielertunnel des Stadions abgelöst hat. Besser gesagt: der Spielertunnel wurde umdekoriert und verströmt jetzt einen Hauch von Ruhrgebietsgeschichte.


Bochumer Stollen

Na, spüren Sie was? Spüren Sie den Schacht? Fühlen Sie sich unter Tage? Sind Sie auch! Gut zwei Meter tief. Das hier ist der neue Spielertunnel des VfL Bochums. Und das hier ist die Grubenwehr der Zeche Auguste-Viktoria; Richtige Bergleute, so etwas gibt es noch. Noch!

Bochumer StollenThomas Linden, Grubenwehr Zeche Auguste Victoria
„Gott sei dank eines von zwei Bergwerken anner Ruhr noch: Prosper und Auguste-Viktoria. Leider politisch gewollt das: 2015 müssen wir leider dicht machen.“

Bochumer StollenUnd ein guter Bergmann der Zeche Auguste-Viktoria hat ein sehr schönes Behältnis für seinen Schnupftabak. Ja ja, so etwas gibt es noch: Nicht Schnupftabak, sondern VfL-Fans untertage. Auguste Viktoria liegt bei Marl-Haltern, also eigentlich im Stammland von Königsblau und Schwarz-Gelb, doch der VfLer lässt sich nicht unterkriegen.

Thomas Linden, Grubenwehr Zeche Auguste Victoria
„Die Bochumer Fans, die sind ja sowieso leidensfähig und werden dementsprechend von den Schalkern und den Dortmundern eigentlich auch akzeptiert, das ist alles halb so wild; Die Bochumer halt keinem weh, leider.“

Bochumer StollenNa ja, Themenwechsel! Warum ist die Grubenwehr von Auguste Viktoria eigentlich in Bochum? Die Antwort gibt es in der so genannten Nix-Zone, da wo sonst immer die Interviews nach dem Spiel geführt werden, gibt es jetzt vor dem Spiel eine Pressekonferenz; Mit Trainer und Sportvorstand. Man kann es die Einweihung des neuen Spielertunnels nennen. Der heißt jetzt Stollen, so sieht er auch aus. Ein Stück Heimat, das die Spieler noch vor dem Einlaufen zusätzlich motivieren soll.

Bochumer StollenKarsten Neitzel, Trainer VfL Bochum
„Motivieren muss man ne Fußballmannschaft normalerweise überhaupt nicht. Wenn man jemanden motivieren muss, wäre es schlimm wenn man dazu einen Stollen hier bräuchte, aber es ist noch mal ne Sache: ‚In welcher Region spiel ich Fußball, wo habe ich meinen Arbeitsplatz und für was gehe ich hier raus und kämpfe?’“

Das hört sich gut an und liest sich gut; Eine Region, ein Verein, eine Tradition. Und das an einem ganz sensiblen Ort, denn im Spielertunnel, Sekunden vor dem Einlaufen, schießt der Puls ordentlich in die Höhe.

Bochumer StollenJens Todt, Vorstand Sport - VfL Bochum
„Die Geräusche werden lauter, je näher man dem Spielfeld kommt und das Licht wird ein bisschen heller; Das hat schon was. Da denkt man eben da dran, wieder seine Aufgabe zu erfüllen, konzentriert neunzig Minuten Gas zu geben und dann in die Punkte gehen zu lassen. Also es hat schon was, es passt zu uns und ist ne richtig tolle Aktion.“

Und zum Schluss gibt es noch Geschenke: Für das Fotomotiv eine Grubenlampe und für die ganze Mannschaft eine Grubenfahrt: Untertage bei Auguste-Viktoria. Und vielleicht können sie danach auch dieses schöne Lied singen.


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