Scudetto

Ben Redelings hat es auf den Punkt gebracht: nach einem Verkehrsunfall soll man sich sofort am nächsten Tag wieder ans Steuer setzen, um das Geschehene besser zu verarbeiten. So war es auch mit dem verpaßten Aufstieg des VfL Bochum. Schnell wieder über Fußball reden, am besten direkt am nächsten Tag. Dafür gibt es ja "Scudetto" - diese vergnügliche Fußball-Therapie.


Scudetto

ScudettoScudettoScudettoScudettoScudettoScudettoScudettoScudettoScudettoScudettoScudettoScudettoScudettoScudettoScudettoScudettoScudettoScudettoScudettoScudettoDie Christuskirche in Bochum, war für einen Tag in der Hand der Blau-Weißen Brüder und Schwestern, von der Scudetto gerufen, und die Anhänger sind dem Ruf gefolgt. Anscheinend herrschte sogar Westwind, und der Ruf war bis in den Osten vorgedrungen, oder wer schleicht da an der Wand entlang, um in einem unbeobachteten Augenblick ins Bochumer Gebäude, wahrscheinlich hatte er gesehen das in diesem Kirchenfenster auch etwas Schwarz-Gelb zu finden ist. Scudetto hat halt ein großes Herz und eine große Fangemeinde, 800 Zuschauer und Zuhörer, im Gotteshaus, eine ausverkaufte Kirche. Ein Abend an dem es zu 100% um Fußball, und um Blau-Weiß, also den VfL Bochum ging. Das garantierte schon der Name des Gastgebers, Ben Redelings, Filmemacher, Scudetto-Erfinder, VfL-Fan und noch immer sauer auf diesen Torschützen aus der Stadt am Niederrhein.

Ben Redelings: „Marco Reus, das wissen sie vielleicht, hat ein Tattoo. Es gibt ja die verschiedensten Formen von Tattoos, schöne, hässliche, originelle, und ganz dumme, Marco Reus hat sich was ganz spezielles ausgedacht damit ers auch nie vergisst, Marco, 31.05.1989 das hatter seitm Kindergarten aufm Arm tätowiert, hat ihm schon große Dienste geleistet.“

Ben Redelings bleibt nie allein, er lädt sich Gäste ein, diesmal kam zum Saisonabschluss der alte Kumpel Frank Goosen.

Ben Redelings: „Auf der Seite von 11freunde.de steht ja das wenn entscheidende Spiele anstehen, wie Pokalfinale oder gestern Relegation, da drucken ja vorher beide Mannschaften T-Shirts, die werden dann nachm Abpfiff aus der Kiste geholt und sich übergezogen, eine Mannschaft kann dann diese T-Shirts immer wegschmeißen. Sagen die sich, weil die doof sind, weil wir nicht doof sind, und das mein ich ernst, ganz super beziehungsweise ist der VfL dazu übergegangen, bei unserem Saisonabschlussbrunch, ich glaub die ursprüngliche Idee kam von Ansgar Schwenken, die haben wir sofort umgesetzt, dieses Shirt können sie im Onlineshop kaufen, und nächsten Dienstag im Fanshop, da steht drauf »Totgesagte leben länger« darunter »Rekordaufstieg 2011« und darüber »Vertagt« dat is jetz kein Scherz von mir, die Dinger könnt ihr für nen Zehner kaufen, wir müssen die nich einstampfen, wir sind der erste Verein der so was macht, und dat spricht für Humor, dat find ich spitze, und heute morgen hat mein wie ich ihn liebevoll nennen, Vorsitzender, in einer kleinen Ansprache auch das Ziel für die nächste Saison ausgegeben, und das steht hinten druff »66Punkte«“
Ben Redelings: „Man fragt sich immer, wie ist das da bei euch im Aufsichtsrat, ist das lustig? Seid ihr da eine lustige Männergruppe, gibt es Witze zwischendurch, oder ist es Todernst, arbeitet ihr hart für euern VfL Bochum“
Frank Goosen: „Manchen wärs lieber wenns n bisschen straffer zugehe, aber dat kann schon manchmal ganz witzig sein, man sitzt da ja teilweise drei bis vier Stunden, nur am durchkeulen, dat is auch blöd, und es war schon im alten Aufsichtsrat ganz witzig wenn dann der Vorsitzende dazwischen gegangen ist, ich denke die eine Sache kann man nomma erzähln, während da zwei gesetzte Herren miteinander getuschelt haben, und der Herr Vorsitzende dann sagte nun haltet mal die Klappe, oder ich setz euch auseinander. Gelernt, ich habe ja sehr viel in sehr kurzer Zeit gelernt, bin ja auch immer noch voll mittendrin, ja klar, ich werde 10. Mitglied in einem Funktionierenden Gremium, und dann stand dich auf einmal alleine da mit nicht mehr ganz so vielen und dat war dann schon ne merkwürdige Situation, ernsthaft betrachtet ist es schon so das man dann in die Position kommt wo man dann über dinge redet wo manche dann ihren Job verlieren, dat is nich so leicht, muss man aber durch, blöd is dann, wenn VfL-Legenden anrufen, und man mich gerne dann zur Sau macht wegen bestimmter Entscheidungen, »Oh hör mal, dat is ja schön dat du ma wieder anrufst du«, »Schön?! Ich geb dir gleich schön! Hömma wat macht ihr da fürne Scheiße?« Ich muss sagen, das war schwer, als ich mich davon dann erholt hatte, rief drei Stunden später Peter Neururer an, machte mich dann aber nicht ganz zur Sau, da ihm mittendrin auffiel, das ich zu den Personen gehöre, die ihm mal nen Job geben könnten.“

Es gab noch weiteren Besuch, in der launigen Runde, Uwe Fellensiek, Schauspieler und seit kurzem auch VfL-Hymnensänger.

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