Schachtzeichen

Das Symbol des Kulturhauptstadtjahres war ein gelber Ballon, das Flug-Objekt der „Schachtzeichen“, eine Aktion des Erinnerns. Eine Erinnerung daran, was das Ruhrgebiet früher einmal war: eine Ansammlung von Bergbauzechen mit umgebenen Wohnsiedlungen. An jeder Ecke ein Schacht, der einmal der Mittelpunkt einer Gemeinschaft war. Mit unheimlich viel Enthusiasmus haben die Ruhrgebietsbewohner an diese Zeit erinnert und Platzhalter für die längst verschwundenen Fördertürme erstellt. Das waren die gelben Ballons, die eine Woche lang überall zu sehen waren, so wie früher die Zechen.

Schachtzeichen

Schachtzeichen

SchachtzeichenSchachtzeichenSchachtzeichenSchachtzeichenSchachtzeichenSchachtzeichenSchachtzeichenSchachtzeichenSchachtzeichenSchachtzeichenSchachtzeichenSchachtzeichenSchachtzeichenSchachtzeichenEs sind vielleicht die Bilder, die immer wieder zu sehen sein werden, wenn später ein mal über 2010 gesprochen wird. Das Projekt Schachtzeichen war etwas besonderes, etwas wofür die Leute auf die Höhen des Ruhrgebiets gestiegen sind. Um sie zu sehen, diese gelben Ballons. In 80 Metern Höhe, über den ehemaligen Standorten der Kohlezechen Bochums, früher waren dort Fördertürme zu sehen, daran sollte erinnert werden, eine Woche lang mit so genannten Schachtzeichen.

Dietmar Bleidick: „Ja die Idee kann man in 3 Faktoren aufteilen, Faktor 1, Strukturwandel, darstellen wie es mal früher aussah. Wo früher überall mal Zechen waren, und was da heute ist. Faktor 2, eine Kunstinstallation, die größte die weltweit jemals gemacht wurde. Und es ist ein Projekt hier, von den Menschen, für die Menschen mit den Menschen, um möglichst viele Menschen unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlichen alters und unterschiedlicher Interessen zusammen zu bringen, und die Zeche mal wieder zu dem zu machen was sie mal war, nämlich Zentrum eines Stadtteils.“

Und wie viel Bergbautradition noch in diesem Stadtteil steckt, zeigt dieses Beispiel aus Bochum-Werne. Samstag, 22. Mai 12 Uhr, die Ballons werden erstmalig hoch gelassen, nach entsprechender Stärkung.

„Es ist nur für das Bergmannslied! Bitte, nimms inne hand, nich son Terror hier ne, nein, ja!“
„Glück auf, Glück auf! Der Steiger kommt! Und er hat sein helles Licht bei der Nacht; schon angezündt. Hat's angezünd't, es wirft seinen Schein, und damit so fahren wir bei der Nacht ins Bergwerk ein.“
Hans-Georg Kerch: „Weil ich ganz genau weiß, das dass in den nächsten Jahren 10-20 Jahren nie wieder passiert, und da haben wir gesagt da müssen wir bei sein, da hängt unser Herzblut dran.“

Es ist genau dieser Punkt des dabeisein wollens, der eine Stadt eine Woche lang nach gelben Ballons schauen lässt. Durch die Stadt, über vierzig Mal im Ruhrgebiet, wie gelbe Stecknadelköpfe, Schachtzeichen entwickelt eine Eventkultur, Stadtteilfeste, Vereinsengagement, oder Schulausflüge, oder alles zusammen wie beim ehemaligen Schacht der Zeche Lothringen, in Gerthe, mit Bochumern die früher unter diesen gelben Zeichen in 1000 Metern tiefe gearbeitet haben.

Werner Nettler: „Dieses ganze Areal Lothringen 126 hab ich noch sehr gut in Erinnerung, ja nun 15 Jahre gearbeitet bis die Zeche geschlossen wurde 1967 und bin dann weiter im Kreise des EBV’s bin dann bis nach Herbede ausgeliehen worden.“

Ob im Bochumer Norden oder bei den alten kleinen Zechen der Ruhr, dort wo das schwarze Gold einst das Tageslicht erblickte, schwebt er, der gelbe Ballon, eine Art Wahrzeichen der Kulturhauptstadt 2010, und sich besonders in Bochum besonderer Beliebtheit erfreut.

Werner Nettler: „Es ist auf jeden Fall ein überwältigender Erfolg für uns, wir haben 40 Ballone in Bochum, das sind 2 mehr als in Dortmund was für einen Bochumer schon mal eine Herzenssache ist, und das war während wir gestartet sind mit Sponsorenteams absolut nicht absehbar.“

Und dann wurden ja aus den Schachtzeichen ja noch die Nachtzeichen, die Ballons sollten in der Nacht von innen beleuchtet werden, das Ruhrgebiet erhellt werden. Das wäre doch vielleicht ein bisschen zu schön gewesen, so reduzierte der Wind diese Aktion auf wenige, gelbe Punkte. Und selbst da waren noch tausende Bochumer auf den Beinen, bei diesem außergewöhnlichen Projekt names Schachtzeichen.

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