Out of the Office

„Ich bin dann mal weg!“ ruft das Kunstwerk und begibt sich auf den Weg vom Verborgenen in die Öffentlichkeit. Unternehmen aus dem Ruhrgebiet zeigen ihre Meisterwerke. Was sonst nur in der Vorstandsetage hängt, darf jetzt auch einmal „out of office“ bestaunt werden. Wenn Sammler ihre Schätze offen legen, freut sich nicht nur das Museum Bochum, sondern auch der Betrachter.


Out of the Office

Out of the OfficeViel Verkehr gab es in den letzten Tagen vor dem Museum Bochum. Kunst wurde angeliefert. Kunst, die sich sonst im Besitz von Unternehmen befindet, derzeit aber "out of office" ist. Unter diesem schönen Titel wurde eine Ausstellung in Bochumer Kunstmuseums eröffnet. Wer seine Kunst liebt, der verleiht sie auch. Das haben 29 Ruhrunternehmen getan. Sie haben den Museum Bochum ihre Kunstwerke zur Verfügung gestellt, damit diese auch einmal gesehen werden.

Out of the OfficeUnsichtbare Kunst wird sichtbar. Aus den verschlossenen Vorstandsetagen hinaus in die Öffentlichkeit. Ein vielversprechendes Projekt, das im Ruhrgebiet schon Tradition besitzt, denn die großen Unternehmen der Kohle- und Stahlregion hatten sich schon immer auch der kulturellen Entwicklung des Ruhrgebietes gewidmet.

Out of the OfficeHans Günther Golinski, Direktor Museum Bochum : "Es ist ein sich ´Darstellen mit Kunst´ hier in der Region. In einer Region, wo es keine geerbten Sammlungen aus Fürstenhöfen oder klerikaler Natur gibt."

83 Objekte hat das Museum Bochum zusammen getragen, von großen Aktiengemeinschaften über die Sparkasse bis hin zur Zahnarztpraxis reicht die Liste der Leihgeber. Ob groß oder klein, die Sammler eint der Spaß an den neuen Blicken auch auf Ihre eigene Kunst.

Out of the Office Ingrid Jochheim, Sammlerin: "Jetzt mal die Objekte und Werke zu sehen, die sonst nur zu einem ganz kleinen Kreis zugänglich sind. Und nun sieht man sie in der Öffentlichkeit, auch unsere Arbeit hier in einem ganz anderen Kontext, ist sehr spannend, auch für uns."

Da hängt er nun, der Christo mit dem Titel "The Gates". Ein Projekt im New Yorker Central Park. Und so gleich gibt es viele Menschen, die interessiert hinschauen. Das Museum als öffentlicher Ort, das Kunstwerk als Blickfang für alle interessierte und das Unternehmen als Realisator des Kunsterlebnisses.

Out of the OfficeChristian Wülfing, E.ON Ruhrgas AG: "Unternehmenskultur ist auch Kultur im kulturellen Leben und im kulturellem Raum und gerade auch deshalb wollen wir uns hier mitbeteiligen."

Und so kommt es nun, dass das Museum Bochum derzeit eine Handverlesene Ausstellung zeigt. Fotos von Becher und Gurski. Klassiker wie Magritte, Lüpertz und Schwitters. Installationen von Damien Hirst. Und viele andere Objekte, die sich ein städtisches Kunstmuseum sonst nicht leider leisten könnte. Dem Besucher ist es aber egal, wem das Kunstwerk gehört. Hauptsache er sieht es mal.

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