Kunst in der Kirche

Drei Mal gibt es so etwas auf der Welt, drei Mal ist es eine besondere Geschichte, geschehen im Zweiten Weltkrieg. Berlin - Coventry - Bochum. Drei Mal Bombenangriffe, drei Mal wurde eine Kirche teilzerstört. Das Kirchenschiff war fort aber der Turm stand noch. Die Gedächtniskirche in Berlin, die Kathedrale von Coventry und die Christuskirche in Bochum. Eine besondere Geschichte, ein besonderer Ort, der auch besondere Menschen anzieht: die Künstler. So wie gerade in der Christuskirche bei "Kein Raum der Gewalt".


Kunst in der Kirche

Kunst in der Kirche 72 Meter hoch, erbaut 1878. 1943 fast zerstört, 1993 fast abgerissen. Ein Turm, ein Denkmal, eine Helden-Gedenkhalle, 1931 gestaltet mit christlichen Motiven und den Namen der gefallenen Bochumer Soldaten des ersten Weltkrieges. Fast 1400 Namen in Blattgold und Mosaiken, ein Kunstwerk und ein politischer Ort, ein Ort mit Bedeutung für Bochum und für die Menschen, die sich dafür interessieren.

Kunst in der Kirche "Die Kirche selber ist ein Gedenkmal gegen Gewalt und zwar einfach kraft ihrer Erscheinung; Sie hat im zweiten Weltkrieg Teil ihres Gebäudes verloren. Das Kirchenschiff ist neu, aber das, was zurückgeblieben ist, gibt uns heute die Gelegenheit. Das Zurückgebliebene ist ein Hinweiszeichen auf das, was durch Gewalt zerstört wurde und deshalb kraft ihrer Existenz oder ihrer Erscheinung ist die Kirche ein Denkmal gegen Gewalt." Christof Wieschemann, Vors. Kuratorium der Christuskirche

Kunst in der Kirche Hier sehen wir den alten Turm und hier sehen wir das neue Kirchenschiff, nach der Zerstörung des zweiten Weltkrieges errichtet. Ein Denkmal gegen den Krieg; Das passt zu der Kunst Aktion "kein Ort der Gewalt". Eröffnet am 11. 9, ausgestellt Malerei, Fotografien, Installationen, Bühnenbild und Performance, das Publikum, angelockt vom kargen Scheinwerferlicht, ist erstaunt, was man nicht alles so in einer Kirche zeigen kann und was man mit so einer Kirche alles machen kann.

Kunst in der Kirche "Es ist ein Kunstraum geworden; Aus dieser Kirche ist ein Großer Kunstraum geworden, mit ganz viel Kunst." Arne Nobel, Künstlerischer Leiter

So spricht der, der es Inszeniert hat: Der künstlerische Leiter Arne Nobel, ein Umtriebiger, bekannt als Schauspieler und Theaterleiter. Ein paar Tage hat er sich mit seinem Team in der Kirche eingeschlossen und hat viele Einzelkunstwerke zu einem großen Ganzen kombiniert.

Kunst in der KircheKunst in der KircheKunst in der Kirche

"Ich hoffe doch, das ist jetzt der Start für eine Woche Kunstaktion hier. Also die Christuskirche soll, und das wünsche ich mir, als Veranstaltungsort, als Kultur- und Kunstort, noch stärker in den Vordergrund treten. Und das ist ein versuch, das mal über eine Woche zu beleben, wirklich permanent mit interdisziplinärer Kunst, und das Ziel ist es ganz klar, dass es weiter geht. Wir sehen uns da als rohes Start Up-Experiment." Arne Nobel, Künstlerischer Leiter

Kirche und Kunst; Eigentlich nicht neu, aber doch jedes mal neu Inszeniert und Arrangiert. Die Kirche lockt die Menschen. Organisiert hat das alles die Kirche selbst, besser gesagt das Kuratorium der Christuskirche. Ein besonderer Ort in Bochum zeigt Künstler aus Bochum. War es Absicht, dass es nur Bochumer Künstler sind?

"Ja, das ist also von Vorne rein ein Teil des Konzeptes, das hat nichts mit bonierter Verschlossenheit zu tun. Sondern einfach mit meiner Wahrnehmung, dass wir in Bochum immer ein Bisschen dazu neigen, verschämt den Blick auf die vermeidlich größeren und stärkeren Nachbarn zu lenken, was wir innerhalb der Kultur mit Sicherheit nicht machen müssen." Christof Wieschemann, Vors. Kuratorium der Christuskirche

Es ist spät geworden, rund um die Christuskirche. Die letzten Ausstellungsbesucher kämpfen mit der Trägheit; Am nächsten Tag können sie wiederkommen. Sieben Tage, bei Tag und bei Nacht Kunst in der Kirche, an einem besonderen Ort.


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