Fremde Impulse

Ein Besuch der Zeche Hannover lohnt sich immer. Um so mehr, da dort auch noch zwei Ausstellungen zu sehen waren. Fremde Impulse, ein kleiner Überblick über die Einflüsse anderer Länder auf das Ruhrgebiet und „Stein.Holz.Papier“, eine Mischung wuchtiger und farbintensiver Exponate eines Künstlers, der noch vor Ort arbeitet und das mit der Kettensäge.

Fremde Impulse

Fremde Impulse

Fremde ImpulseDas Schöne an den Industriedenkmälern im Ruhrgebiet ist ja, das es immer mehrere Gründe gibt, sie zu besuchen. Die Zeche "Hannover" in Bochum beherbergt derzeit zwei Ausstellungen und ist natürlich auch selbst immer eine Reise wert. Wo sonst findet man noch eine original Dampffördermaschine, die die alte Seilscheibe des Förderturms antreibt.

An dieser Stelle wurden früher die Bergleute runter und die Kohle hoch gefördert. Hier dreht sich noch wirklich das Rad der Geschichte. Wenige Meter weiter stehen derzeit die Schaukästen der Ausstellung "Fremde Impulse". Das Ruhrgebiet ist ja bekanntlich eine Region der Zuwanderung: Von wo kamen sie, was brachten sie mit - und vor allem - was blieb?

Fremde ImpulseDietmar Osses, Museumsleiter Zeche Hannover: "Wir suchen hier mit der Ausstellung "Fremde Impulse" nach Spuren. Nach Spuren von Fremden, von Zuwanderung und von begegneter Kultur in der Baukultur, also in Baudenkmälern."

Der Zuwanderer kommt, bleibt und hinterlässt Spuren. In diesem Fall: fremde Impulse.

Dietmar Osses, Museumsleiter Zeche Hannover: "Ja, die Ausstellung ist im Prinzip ein Portal, was auf das Thema aufmerksam machen will. Wir haben fünf Themen: Glauben, Wirtschaft, Kunst, Architektur und eben die Menschen selber, die gekommen sind. Wir sehen hier in der Ausstellung ausgewählte Exponate zum Thema "Menschen", zum Thema "Glauben", kleine Anhänger, Symbole des Glaubens und wir haben hier eine große Dokumentation. Wir haben einen Bildschirm, der Hinweise auf ein Internetportal, das diese ganzen Architekturdenkmäler zeigt und der Hintergrundinformationen dazu gibt."

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Und man findet derzeit noch mehr in der Zeche "Hannover". Hölzerner Skulpturen von Karl Manfred Rennertz. Bunte Figuren und Objekte stehen im sehenswerten Gegensatz zum Grau und Rostbraun des alten Förderturms. Rennertz ist der Mann mit der Kettensäge und die Zeche "Hannover" ist derzeit sein Atelier. Ein Ausstellungszyklus der ihn zu acht verschiedenen Industriedenkmälern im Ruhrgebiet führt. Und überall gibt es etwas besonderes.

Fremde ImpulseKarl Manfred Rennertz, Bildhauer: "Für Zeche "Hannover" war eigentlich etwas, was nicht im Außenbereich ist, ganz speziell gemacht. Das waren die großen Papierbahnen, die im massiven Malakowturm hängen und da war die Idee, leichte Skizzen auf Papier, wehende Fahnen frei im Raum, installiert in dieses Geviert des sehr massiven Turm hereinzusetzen."

Auch das Außengelände wird der Zeit geprägt von den Rennertz-Skulpturen. Die sind nicht gerade klein, aber im Schatten des Malkowturmes erscheint alles wie der der Vergleich mit den Krümeln und dem großen Kuchen.

Karl Manfred Rennertz, Bildhauer: "Hier ist einfach die Form von diesem Malakowturm. Der ist total verrückt und der zieht einen richtig an, wenn man von oben kommt, das Tal herunter, er zieht einen so richtig an, dieser unglaubliche Turm."

Wie gesagt, es gibt der Zeit viele Gründe die Zeche "Hannover" zu besuchen, die halt mehr ist als nur ein Ausstellungsgebäude.

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